moon

 

Lichtkunst

„Sein Licht nicht unter den Scheffel stellen“ – dieses Wortbild stammt von Martin Luther. Wir folgen dem Rat des Reformators und setzen die Schauplätze der Museumsnacht ins „Licht“. Auf der Veste Coburg sorgt der international bekannte Lichtkünstler Philipp Geist für die passende Illumination. 

 

Bitte anklicken!

Philipp Geist: Der 1976 in Weilheim/Oberbayern geborene und heute in Berlin lebende Künstler zählt heute zu den weltweit bekanntesten Lichtkünstlern. Bekannt wurde er durch spektakuläre Illuminationen etwa des Freiheitstores in Teheran, der Christus-Statue in Rio de Janeiro oder des Königspalasts von Bangkok (diese Installation wurde von 2,5 Millionen Besuchern vor Ort gesehen). Licht-Inszenierungen zeigte er auf Ausstellungen und Festivals u. a. in Rom, Barcelona, Eindhoven, Montreal, München und Berlin. Geist arbeitet mit den Medien Video/Lichtinstallation, Fotografie und Malerei. Seine Projekte sind gekennzeichnet durch ihre Komplexität in der Integration von Raum, Ton und Bewegbild. Seine Video-Mapping-Installationen verzichten auf Leinwände und verwandeln verschiedenste Architekturen in bewegte, malerische Lichtskulpturen, die die Wahrnehmung der Betrachter von Zwei- und Dreidimensionalität herausfordern. Meist tritt der Künstler in einen Dialog mit der Musik, welche die Geschwindigkeit, die Intensität von Effekten, die Farbigkeit und auch die Inhalte der Bilder beeinflusst. Aufsehen erregte Geist zuletzt durch seine Illumination am Kölner Dom zu Silvester 2016 sowie durch Projekte zur Reformation in Venedig. In Nürnberg entwarf er mit der Videomapping-Show „Into the blue“ am Neuen Rathaus einen der Haupt-Acts der Blauen Nacht 2017. Während bisher Lichtkunst aus Weilheim um die Welt ging; bringt der 40-Jährige seit 2016 als künstlerischer Leiter des von ihm initiierten Lichtkunst-Festivals internationale Lichtkunst in seine Heimatstadt im Pfaffenwinkel. 2013 erhielt Geist den Deutschen Lichtdesign-Preis in der Kategorie Lichtkunst für seine Installation Time Drifts anlässlich der Luminale 2012.

 

Bitte anklicken!

Hanna Dallmer-Zerbe: Die junge Licht- und Videokünstlerin stammt aus Coburg und hat 2007-2012 an der Beuth-Hochschule in Berlin „Veranstaltungstechnik und -Management“ studiert. Von Kindheit an machte sie im Veranstaltungstechnik-Unternehmen ihres Vaters Henri Mannagottera die Erfahrung, dass ausdrucksstarkes Lichtdesign eine Veranstaltung einzigartig machen kann. Hinzu kam das Videodesign, das bei Theaterproduktionen wie auch bei Konzerten heute fester Bestandteil des modernen Bühnenkonzepts und mittlerweile genauso wichtig wie eine gute Lichtshow ist: „Licht kann Spannung erzeugen, bringt Dynamik und schafft Atmosphäre. Licht kann Blicke lenken und Zuschauer zum Staunen bringen. Ob Tänzer oder Band, Musical oder Theater, Firmenfeier oder Produktpräsentation: immer gilt es, Emotionen und Gefühle mit Lichtstimmungen zu übertragen.“ Hanna Dallmer-Zerbe ist seit Abschluss ihres Studiums bei PA-Design beschäftigt und realisierte bereits viele interessante Projekte. So gestaltete sie zur Museumsnacht „Starke Frauen“ 2015 die Illumination des vorderen Burghofs, indem sie 99 Venus-Statuen des Objektkünstlers Prof. Otmar Hörl in Szene setze und beeindruckende Frauen-Portraits auf die Fassaden der Veste Coburg zauberte. Zu ihrem diesjährigen Lichtprojekt inspirierten sie Martin Luthers Empfindungen während seines Aufenthalts auf der Veste Coburg im Jahre 1530.
Mehr: PA – Design

 

Bitte anklicken!

Alex Reuther:  Er sprüht nicht nur vor Ideen. Er sprayt. Vor allem zu Fasching, zu Samba, zur Museumsnacht. Eigentlich immer. Seine Laufbahn startete er als „Sprayer über Coburg“ (wobei der örtliche Energieversorger in seinen Initialen eher eine Provokation als einen Künstlernamen sah). Als origineller Graffitimaler fand er erste Bewunderer, leider aber auch eine wachsende Zahl wenig bis gar nicht talentierter Nachahmer. Später tauchte er auch als Gestalter handgemachter Werbeträger im Stadtbild auf – nicht immer zur Freude des Ordnungsamts, das dem Erfinder der „Betttuch-Werbung“ seine Wirkung auf das Stadtbild verübelte. Dafür zur Freude von Kulturschaffenden, die viel zu vermelden, aber wenig Marketing-Budget haben. „Alex, mach mal ‘n Schild!“ Das hört er von Sport-, Musik- und Karnevalsvereinen ebenso wie von Modeboutiquen, Gärtnern oder bekannten Unternehmen, die sein Know-how im Schablonieren und Sprayen schätzen. Die Zeiten, in denen er sich als „Stadtfeind Nr. 1“ verfolgt sah, sind mittlerweile vorbei. Nicht zuletzt da er für die Stadt selbst und andere honorige Auftraggeber tätig war – von der Evangelischen Kirche („Senioren sprayen Luther“) bis zu den Coburger Designtagen. Auch wenn er die Fußgängerzone mit blauen Tüchern überspannt oder Herzog Ernst II schon mal auf den Sockel steigt, um seinem Reiterdenkmal leuchtende Zügel zu verpassen, bleibt er doch am Boden. O-Ton Alex: „Die ‚Kunst‘ meines Wirkens sehe ich im Verwenden bestehender, so gut wie nichts kostender Materialien, um dann damit etwas anzustellen. Und eben nicht in der Verwirklichung einer künstlerischen Vision ohne Rücksicht auf Kosten und Verbrauch.“ Klingt fast wie Luthers Lob auf den Schöpfer: „Aus einem leeren Beutel Geld zählen, aus den Wolken Brot backen, das ist unseres Herrgotts Kunst allein… Er macht aus nichts alles.“ Wie Alex: Der macht aus Bierflaschen Designerlampen, aus pinkfarbenen Kinder-Planschbecken Ufos und aus Papprollen „Leuchte-Dildos“ – genial, einfach, wirkungsvoll. Mit seinen Ein- und Überfällen hat Alex die Museums-Nachtschwärmer immer wieder verblüfft. Ob er das Motto „Fragezeichen“ mit dem Rasenmäher ins Veilchental fräst, sein Prinz-Albert-Portrait auf Wanderausstellung über die Bauzäune und -gerüste der Stadt schickt, oder mit seinen „Green Gates“ das Christo-Feeling aus dem Central Park in den Hofgarten zaubert. Und diesmal? In die Karten lässt sich Alex ungern sehen. Deshalb gilt wieder: erst warten, dann wundern (ein Wunder wäre, wenn ihm zu Luther keine „Aah- und Ooh-Effekte gelingen würden).

 

Stephan Guzik:

Coburger Designforum Oberfranken / Prof. Auwi Stübbe:

2005 – die Premiere

 

Die Vorzeichen für die erste Museumsnacht am 10. September 2005 stehen schlecht: Um 17 Uhr geht ein Wolkenbruch über der Stadt nieder und legt die Stromversorgung für die Illuminationen im Hofgarten lahm. Um 18 Uhr scheint die Sonne, das Bayerische Fernsehen bringt einen kurzen Vorbericht und 30 Minuten später ist der Hofgarten voll wie nie.
Bei 4.000 Besuchern hören die Mitarbeiter an der Eingangstür des Naturkundemuseums auf zu zählen. Sie helfen stattdessen als Tellerwäscher an der Museumskasse aus, wo der Empfang zur Haifischbar umgebaut wurde und nun die Gläser ausgegangen sind.
Die Inszenierungen der „Kontraste“ begeistern das Publikum: auf der Veste etwa die Models mit futuristischen Papierkleidern auf einem Laufsteg zwischen schwarzen historischen Ritterrüstungen. Die Stadt- und Museumsführer treten erstmals in historischen Kostümen auf und erzählen dem Publikum als Queen Victoria, Prinz Josias, Martin Luther, Herzog Alfred oder Gurken-Alex an ihren Originalschauplätzen Coburger Geschichte und Geschichten. „Kostümführungen“ sind seither eine bewährte Dauereinrichtung. Ebenfalls bis heute gilt: Gute Ideen ersetzen teure Technik.
Zum Hingucker wird die Allee oberhalb des Naturkundemuseums. Mangels Strom im Hofgarten sorgen hier Kerzen in 200 Papiertaschen eines Bad Rodacher Spielwarenherstellers für eine Lichtspur – nach den „Haba-Tüten“ fragen begeisterte Besucher noch Jahre später.

 

×
2006 – die Wiederholung

 

Der Name ist der gleiche geblieben – weil sich die teilnehmenden Häuser neuen Vorschlägen wie „Nacht der Farben“ oder „Nacht der Lichter“ widersetzen und das Konzept „Kontraste“ für ausbaufähig halten.
Laut – leise, alt – jung, hell – dunkel oder süß – sauer heißt es deshalb nun an mittlerweile 14 Schauplätzen. Neu dazu gekommen sind die Initiative Stadtmuseum im Westpavillon, die Kleine Galerie und das Theater in der Reithalle.
Im Burghof zeigt die Gruppe Dance Royale Tänze aus der Renaissancezeit. Im Naturkundemuseum basteln Kinder Papierschmetterlinge, während Väter (und Mütter) Whiskey-Seminare absolvieren.
Im Weißen Saal der Ehrenburg gibt Prinz Leopold eine Audienz, während nebenan englische Lautenlieder und Shakespeare-Texte vorgetragen werden.
Die Kleine Galerie am Salzmarkt präsentiert „Schrottgeburten“ des Franzosen Manfred Reul-Schweizer, der Metallobjekten vom Flohmarkt zu einem fantasievollen Comeback als Skulpturen verhilft. Im Puppenmuseum verwöhnt Koch-Künstlerin Elisabeth Vogt mit winzigen Köstlichkeiten aus der Puppenküche. Designstudenten des Vereins Wir Gestalten e. V. verwandeln den Hofgarten in einen Zaubergarten – Schirme werden zu Pilzen und Kinder-Planschbecken zu Ufos.

 

×
2007 – Neue Schauplätze

 

Bei der dritten Auflage unter dem Motto „Altes in neuem Licht“ soll es keine Gewöhnungseffekte geben – die Museumsnacht bewegt sich vom Bereich um den Hofgarten auf die Innenstadt zu: Das Rathaus, die alte Posthalterei in der Ketschengasse 11 und die Salvatorkirche sind die drei neuen unter den nun 15 Schauplätzen der Museumsnacht.
Im Renaissance-Sitzungssaal des Rathauses kontrastieren die Öl-Portraits einstiger Ratsherren mit 99 Coburgern, deren Gesichter Martin Rohm fotografiert und im Pop-Art-Stil verfremdet hat und auf einer 9 Meter breiten Licht-Bild-Wand präsentiert.
Im Grabungsmuseum treffen die Scherben, die im einstigen Kirchhof ausgegraben wurden, auf moderne Keramik der Ton-Art-Künstlerin Kerstin Schmidt. Der „Hofgarten der Sinne“ bietet Erlebnisse für Augen (Illuminationen, Feuershow), Ohren (Windspiele, Klangschalen, Gongs und Zimbeln), Nase („Kräutermeisterey“) und Mund (Schokoladen von der Weißen Frau).
Seltene Töne in St. Augustin: Das Duo Stone Voice mischt mongolischen Obertongesang mit dem Klang schwingender Granitsteine.
Im Naturkundemuseum („Nachts schläft der Löwe nicht“) lassen sich Besucher als Großwildjäger kostümiert fotografieren.

 

×
2008 – ab jetzt mit Theater und bis nach New York

 

Die 4. Museumsnacht verfeinert – nun an 17 Schauplätzen – das Rezept „Gegensätze ziehen sich an“ weiter. Neu dabei und auf Anhieb Publikumsmagneten sind die Freimaurerloge „Zur Fränkischen Krone“, der ebenfalls sonst verschlossene historische Tresorraum im Keller der VR-Bank am Theaterplatz und das Zeughaus mit seinen „gegensätzlichen Mietern“ (Staatsarchiv und Wein Oertel) sowie das Landestheater, das erstmals sein Großes Haus für „Coburgs schönste Nacht“ öffnet.
In der Morizkirche wechseln zu jedem Stunden-Drittel Taizégesänge, Stille und Martin Rohms Licht-Inszenierung „Wie im Himmel, so auf Erden“ auf einer vor dem Epitaph herabhängenden Riesen-Leinwand, unterlegt vom Klang der Schuke-Orgel. Rohms Bilderserie „Coburger Horizonte“ aus der Foto-Perspektive „von unten nach oben“ ist auch Thema einer „unter der Erde“ im Grabungsmuseum gezeigten  Ausstellung.
Drei Trios aus Coburg, Halle und der Ukraine gestalten – unter dem Motto „frech, fröhlich und fromm“ – das Musikprogramm in Schloss Ehrenburg. Ein digitales Experiment fasziniert die Besucher der VR-Bank am Theaterplatz: Die „Brücke nach New York“ hat Martin Rohm mit Unterstützung eines heimischen Journalisten-Teams und der aus Coburg stammenden Chefkonservatorin der New York University Prof. Hannelore Römich realisiert: Live beleuchten sie über das Internet in Interviews und Filmeinspielungen verblüffende Beziehungen zwischen der Weltstadt und der Vestestadt. So erfährt das Publikum etwa, was Prinz Hubertus von Coburg, Barbie und die UN gemeinsam haben – und dass Coburg Village der Name eines Altenheims in NY State ist.
Weniger Technik, dafür aber handwerkliche Kunst ist im Westpavillon gefragt: Zwischen barocken Figuren verwandelt eine Friseurin „Frauen von heute“ in „Hofdamen von einst“ – ganz ohne Technik geht es aber nicht: Das Ergebnis ihrer Verwandlung können die Besucherinnen dann zuhause über Internet downloaden.
Weiter entfernt als New York erscheint dem Publikum in dieser Nacht allerdings die Heiligkreuzkirche: Das dort angebotene Programm findet vergleichsweise wenige Besucher – ein seither nicht wiederholtes Experiment.

 

×
2009 – Masken

 

Masken, Mythen, Menschenbilder: Die 5. Museumsnacht hat ein neues Motto gewählt, das 19 Schauplätze als roter Faden verbindet.
Auf der Veste sind es die Ritterhelme, im Naturkundemuseum völkerkundliche Exponate wie Ahnengeister und Schrumpfköpfe, im Ostpavillon aus Stanniolpapier geformte Fabelwesen des Hollfelder Künstlers Axel Luther.
Die Nachwuchs-Designer von Wir Gestalten verwandeln Alltagsgegenstände durch Projektion in Monster, die bizarre Schatten in den Hofgarten werfen.
Im Kleinen Rosengarten erwacht die Skulptur des griechischen Hirtengottes Pan zum Leben: halb Mensch, halb Ziegenbock betört er vor allem Besucherinnen durch Flötenspiel und Flirts.
In St. Augustin zeigt der Bad Rodacher Maler Gerhard Kosuch seine Tiermasken-Bilder „Karneval der Tiere“ und die Sammlerin Elisabeth Böhm aus Bruckmühl ihre afrikanischen Masken – einige stehen zum Verkauf, der Erlös geht an das Hilfsprojekt „School of Hope“ in Kenia.
Das Theaterfest steht unter dem Motto „Maskerade“; die Maskenbildner laden das Publikum ein zu einer Schminkaktion.
Für ein Highlight sorgt der in Italien geborene und in der Schweiz lebende Künstler Salvatore Mainardi: Hunderte von Goldmasken lässt er an Bäumen und Wänden, auf dem Boden und in einer feurigen Performance dem Publikum entgegentreten.
In der Landesbibliothek bietet das Saxofon-Quartett „Sax Puppets“ als Hommage an die Muppet Show mit seinen überdimensionierten Masken einen Walking Act der besonderen Art, während im Silbersaal eine Ausstellung Faschingsmasken aus aller Welt präsentiert, die Michael Stöhr aus Diedorf bei Augsburg zusammengetragen hat.
Auch in der Morizkirche, dem Grabungsmuseum und im Casimirianum stehen Masken-Darstellungen, wie sie im Stadtbild zu finden sind, im Mittelpunkt von Illuminationen und Ausstellungen.
Das musikalische Highlight startet um Mitternacht auf der Veste: Auszüge aus Carl Orffs Carmina Burana, dargeboten vom großen Chor des Casimirianums, unterstützt von professionellen Gesangs- und Instrumental-Solisten. 5.000 begeisterte Zuschauer erleben das Spektakel auf der vorderen Bastei, wo zum Finale alle mitwirkenden Künstler ihre Gesichter hinter Goldmasken von Salvatore Mainardi verbergen.

 

×
2010 – Transformation, was ist denn das?

 

Die 6. Museumsnacht wagt sich an 20 Orte und erstmals an ein abstraktes Motto: Transformation.
Die manchen Mitwirkenden zunächst „kühn“ gewählte Bezeichnung für Umgestaltung und Verwandlung prägt am Ende das Programm auf vielfache Weise. Denn Transformation ist ein fester Begriff nicht nur für Historiker, Biologen, Musiker, Maler und Techniker unterschiedlicher Disziplinen. Auch für Theologen: Vikar Dr. Thomas Amberg beleuchtet in der Morizkirche das Thema „Christsein – ein Leben in Transformation“, beschreibt die „verwandelnde Kraft der Bibel“ und kann sich dabei auf Martin Luther berufen, der hier vor fast 500 Jahren predigte: „Dieses Leben ist nicht ein Wesen, sondern ein Werden…“
Als neue Orte sind erstmals dabei: die Lutherschule am Albertsplatz und die Alte Schmiede in der Ketschenvorstadt (heute das „Pfadfinderhaus“). Im Pfarrzentrum St. Augustin stellt die Murnauer Künstlerin Irmgard Lange-Redinger ihre Bilder vor: Sie sammelt seit 22 Jahren Sand aus aller Welt und transformiert ihn zu Farben ihrer Bilder.
Das Mitternachts-Highlight im hochkarätigen Musikprogramm setzt ebenfalls in St. Augustin der Münchner Saxofonist Klaus Kreuzeder im Duo mit dem fränkischen Multi-Instrumentalisten Michael Christof Schmitt. Bei drei Kurzkonzerten des durch schwere Krankheit an den Rollstuhl gefesselten Ausnahmemusikers bleibt in der Kirche nicht einmal  mehr ein Stehplatz frei.

 

×
2011 – Sind Briten da?

 

„Very british“ gibt sich Coburg am 10. September 2011: Goethes Frage „Sind Briten da?“ liefert das Motto der 7. Museumsnacht, die sich aus Anlass des 150. Todestages von Prinz Albert von Sachsen-Coburg und Gotha des berühmten Botschafters seiner Heimatstadt und Ehemanns von Königin Victoria von England „in gewohnt lockerer Inszenierung“ (N. Tessmer) annimmt.
So verbindet ein roter London-Bus die Museumsnacht-Stationen, zu denen erstmals auch der Marktplatz mit dem Albert-Denkmal, das Mausoleum auf dem Glockenberg und das Palais Edinburgh gehören.
Das Staatsarchiv präsentiert die Heiratsurkunde des berühmten Paares und in Schloss Ehrenburg führt die „Queen“ durch ihre Schlafgemächer. Im Burghof verblüffen „Recartney“ mit perfekter optischer und akustischer Beatles-Erscheinung und im Mausoleum auf dem Glockenberg, das mit finanzieller Hilfe von Prinz Albert gebaut wurde, gibt Shelly Philipps ihr erstes Konzert in Coburg (später wird sie für die Vorentscheidung des Eurovision Contest entdeckt). Die Kunstsammlungen auf der Veste, das Naturkundemuseum und die Landesbibliothek verdeutlichen in Ausstellungen den Einfluss Alberts auf Architektur, Naturwissenschaften und Kunst, insbesondere die Malerei seiner Epoche.
Die Freimaurerloge „Zur Fränkischen Krone“ hat, wie die Freimaurerei generell, ihre Wurzeln in den mittelalterlichen Dombauhütten, die sich 1717 in London zur ersten Großloge vereinigten. Die 99 Jahre später entstandene erste Coburger Freimaurerloge stand unter dem Patronat von Ernst I, dem Vater von Prinz Albert. Das Palais Edinburgh (heute Sitz der IHK) trägt diesen Namen, seit es Wohnsitz des zweitältesten Sohnes von Prinz Albert wurde.
Das Projekt Coburger Kunst-Arkaden schafft Coburgs größte Bildergalerie: Dazu werden an den Arkaden am Schlossplatz 18 großformatige Drucke mit Bildern von Prinz Albert aufgehängt, die neun Malerinnen der Initiative Kunst-im-Puls-Coburg angefertigt haben. Ebenso spektakulär: Dem Aufruf von Organisator Martin Rohm folgend treffen sich über hundert Damen im Alter von neun bis neunzig, die große Hüte tragen, am Albert-Denkmal zur Teatime.
Einem London-Taxi entsteigt das Double des bekanntesten Hochzeitspaares dieser Tage: Kate und William. Die meiste Aufmerksamkeit erntet das Brautkleid – eine exakte Kopie aus der Werkstatt des Münchner Designers, der auch Kate’s Kleid gefertigt hat.

 

×
2012 – Fragezeichen

 

Wer gibt dem Bären Zucker? Wie geht es den Puppen im Exil? Was suchte der Walzerkönig an der schönen blauen Itz?
Ein ganzes Programmheft voller „Fragezeichen“ beschreibt das Motto der Museumsnacht 2012 – und seine Inszenierung an allen einbezogenen Schauplätzen. So beantworten die Kunstsammlungen der Veste zum Beispiel diese Fragen: Wie trinkt sich’s aus einem Scherzgefäß? Was haben Tischdecken und Gewehre gemeinsam? Oder: Wie funktioniert Dürers magisches Quadrat?
An 20 historischen Orten finden Nachtschwärmer Antworten auf diese und viele anderer Fragen – so wird die 8. Nacht der Kontraste zur spannenden Entdeckungstour. Wobei nicht wenige Besucher Mühe damit haben, das „Weiße Ross“ zu finden.
Die Lösung: Der malerische Innenhof am Marktplatz mit der weißen Pferdeskulptur an der Fachwerk-Wand gehörte zu dem gleichnamigen Gasthof.

 

×
2013 – Könner, Künstler, Kulturen

 

Die Nürnberger Nachrichten beschreiben das Programm der 9. Nacht der Kontraste unter der Überschrift: „Die Coburger verführen mit allen Mitteln“. Gedruckt ist das Programmheft erstmals in größerem Format. Auf 36 Seiten stellt es Könner, Künstler und Kulturen – so das Motto der Nacht – vor.

Vier der 21 Schauplätze sind erstmals dabei: die Ketschenvorstadt (Videoinstallation am Säumarktbrunnen), der Hexenturm, die Rückertschule und die Coburger Moschee, die am Abend des 7. September einen wahren Ansturm interessierter Besucher verzeichnet.

 

×
2014 – Sein und Schein

 

Der Blick hinter die Kulissen zeigt: Vieles ist anders als es auf den ersten Blick erscheint. Das erfahren die Besucher der 10. Museumsnacht, die unter dem Motto „Sein und Schein“ steht, an 19 historischen Orten. Erstmals dabei: der Portikusbau, architektonischer „Überrest“ des einstigen Jugendstil-Volksbades in Coburg.
Musikbegeisterte können sich gerade in diesem Jahr auf mehr als ein Dutzend hochkarätiger Ensembles freuen – und das zum Preis einer Kinokarte.
Darunter die Münchner Sängerin „Somersault“ alias Gudrun Mittermeier (Ehefrau des gleichnamigen Comedian Michael), das Stuttgarter Ensemble Foaie Verde (Klänge des Balkans von meisterhaften Künstlern), das Hofer Trio Pasión (Folklore Südamerikas), das Freiburger Duo Burr & Kleiber (Gitarre/Violine) und außergewöhnliche Formationen wie The Shanes, VerQuer, Spanish Mode oder Brothers of Santa Claus.

 

×
2015 – Starke Frauen

 

„Starke Frauen“ heißt das Motto und der rote Faden, der sich am 12. September durch Ausstellungen, Installationen und Lesungen an 17 Schauplätzen zieht. In das Motto reihen sich u. a. die Ausstellung „Die dunkle Seite der Renaissance“ und die Installation „Venus“ von Prof. Ottmar Hörl auf der Veste Coburg oder die Gemeinschaftsausstellung fränkischer Malerinnen im historischen Ratssaal.
An geschichtsträchtigen Orten lassen historische Frauen-Gestalten Coburger Stadt-Geschichte(n) lebendig werden, darunter Luther-Gattin Katharina von Bora, Königin Richeza oder Queen Victoria, während im Hofgarten Erzählkünstlerin Peggy Hoffmann Frauengeschichten aus dem Orient vorträgt.
Auch im Musikprogramm mit Live-Konzerten an 15 Orten geben „starke Frauen“ den Ton an. Die Ensembles kommen von Belgien bis zum Balkan, von Norwegen bis Niederösterreich.

 

×
2016 – Fremd und Vertraut

 

Oft gesehen, oft gehört? „Fremd und vertraut“ – das Motto der Nacht der Kontraste 2016 wird den Besuchern am 10. September an 21 historischen Orten begegnen.
Deren Namen sind den Coburgern alle vertraut. Fremd (im Sinne von unbekannt), dürfte vielen Besuchern allerdings das sein, was sie an diesen Orten sehen und hören werden. Diesen für die Museumsnacht typischen „Überraschungseffekt“ verdanken wir dem Reichtum an Kultur und Geschichte sowie der Vielfalt Coburgs an Initiativen und Innovationen.
Damit gelang es auch für die zwölfte Nacht der Kontraste noch neue Schauplätze zu erschließen, die erstmals an der Museumsnacht teilnehmen: das als Gesellschaftshaus des 21. Jahrhunderts konzipierte Haus „Leise am Markt“ und das hochmoderne Gebäude 25 des Unternehmens Brose.
In neuem Erscheinungsbild erstmals dabei die beiden in langer Bauzeit umgestalteten Kirchen St. Moriz und St. Augustin.

 

×