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Musik

Martin Luther sagt: „Musik ist ein reines Geschenk und eine Gabe Gottes, sie vertreibt den Teufel, sie macht die Leute fröhlich und man vergisst über sie alle Laster.“ Mit einem hochkarätigen Programm wird die Musik die Besucher der Museumsnacht fröhlich stimmen.

 

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Schmölz: ein Gemeindeteil von Küps – war gewissermaßen Namensgeber: In Kleinbuchstaben und mit „oe“ steht der Name für eine Gruppe musikalischer Männer, allesamt fränkische Urgesteine, die sich vor mehr als zehn Jahren zusammengefunden haben, aber sich zumeist aus frühren Schul(musik)tagen in Kronach kannten. Als der erste große Auftritt nahte und die Formation noch immer keinen Namen hatte, schrieb jemand auf das leere Plakat-Feld handschriftlich „schmoelz“ – dabei blieb es dann. Zur Coburger Museumsnacht am 9. September wird die Combo im Naturkundemuseum die Gruppe „Big Fish“ vertreten, die wegen Erkrankung eines Mitgliedes ihren Auftritt absagen musste.

Die Stilrichtung des Sextetts prägen einerseits lateinamerikanische Rhythmen, in erster Linie Bossa Nova und Salsa, sowie andererseits Bebop-Stücke und funkige Arrangements. Spannung und Abwechslung entstehen aus dem Zusammen- und Wechselspiel von Saxophon, Trompete, Gitarre, Piano, Bass und Schlagzeug. Dazu ein Mix verschiedener Stilrichtungen und eine gehörige Portion Spielfreude, fertig ist der Groove von “schmoelz”.

Die Band wurde 2004 gegründet, als alte Schulfreunde im kleinen Ort Schmölz in der Nähe von Kronach wieder zusammen Musik machen wollten. Nach einigen Musikerwechseln probt die Band seit einigen Jahren in Bamberg, ihre Auftritte waren jedoch meist im Raum Kronach/Coburg und auch Würzburg, im Mai 2015 hatte die Combo auch einen Auftritt im Jazz-Club Bamberg und 2016 beim Tucher Jazz & Blues Festival in Bamberg.

Zum Repertoire von “schmoelz” gehören Stücke von A.C. Jobim, Carlos Pueblo, Cal Tjader, Horace Silver, Sunny Rollins, Herbie Hancock, Keith Jarrett, Thelonius Monk, Pee Wee Ellis, Miles Davis, J. Zawinul und vielen anderen.

Naturkundemuseum ab 19 Uhr.

 

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Duo Gitarrenzeiten: „Es gibt nichts Schöneres als den Klang einer Gitarre, es sei denn der Klang von zwei Gitarren.“ Dieser Satz von Frederic Chopin könnte das musikalische Motto von Burgel Bierhals und Ottokar Mendel sein. Die beiden Künstler aus Tonndorf bei Weimar verbinden jedoch nicht nur ihre Gitarren, sondern kombinieren diese auch feinfühlig mit Querflöte, Alt-Querflöte und Percussion zu einer gelungenen Synthese. Ausgehend von der Leidenschaft zum Tango und zur lateinamerikanischen und spanischen Musik, reicht ihre vielseitige Neugier von der Renaissance über die Klassik, bis hin zur modernen Musik. Die Kombination der samtig warmen Alt-Querflöte zur facettenreichen Gitarre lässt gerade Jazz- und Folk-Interpretationen zu einem unverwechselbaren Klangerlebnis werden.

Bürglaßschlösschen, ab 19 Uhr fünfmal zur vollen Stunde. www.blattwerk-kunstform.de

 

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Duo La Vigna: Theresia und Christian Stahl aus dem sächsischen Radebeul musizieren ihre spannungsgeladenen Interpretationen stets mit eleganter, tänzerischer Leichtigkeit. Die seltenen Instrumente Theorbe – das größte Instrument der europäischen Lautenfamilie – und virtuose Blockflöten wie die Voice-Flute oder Ganassi-Flöte zaubern einen „Klang, der die Seele berührt“ (Kritik). In Italien entwickelt sich ein neuer Stil. Sänger schildern affektreich die Gemüts- und Seelenverfassung ihrer Rolle, Instrumentalisten treten als improvisierende Virtuosen in den Vordergrund. Garant dieser freien solistischen Entfaltung ist der Generalbaß, der von einfachen Akkorden zur gleichwertigen Stimme avanciert. Von einfachen, frühbarocken Fundamentakkorden über Corellis hochgelobte „schöne Bässe“ bis zu Bachs kontrapunktischen Prunkstil zeichnet das Duo klingend und erläuternd die musikalische Geschichte des Barock nach.

Landesbibliothek, ab 19 Uhr fünfmal zur vollen Stunde. Info und Hörbeispiele: www.duolavigna.de

 

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Duo Zia: „Die Musik ist die beste Gottesgabe – und dem Satan sehr verhasst.“ Luther liebte die Musik. So sehr, dass er selbst Hymnen, Psalmlieder und Evergreens wie “Ein feste Burg ist unser Gott” komponierte. Und er liebte das Wort. So sehr, dass sein Gesamtwerk 120 Bände umfasst. Aber hat der Reformator uns heute noch etwas zu sagen? Vermögen es seine Töne und seine Sprache ins 21. Jahrhundert nachzuhallen? Das Duo Zia und Sprechlyriker Temye Tesfu gehen dieser Frage auf den Grund. In frischen Arrangements der Kompositionen Martin Luthers, angetrieben von Flügelhorn und Orgel und mit Jazz-Improvisationen verschränkt, werden Texte des Augustinermönchs rezitiert, geremixt und neu aufgelegt. Marcus Rust (Trompete) wuchs in einer Musikerfamilie in Schwerin auf und studierte Jazz-Rock-Pop in Dresden. Die Verbindung von ethnischer Musik mit Jazz und Improvisation bestimmte sein musikalisches Leben. Für das kreative Verschmelzen von arabischem Gesang mit Jazz-, Pop- und Weltmusik-Elementen wurde er mit seiner Band Masaa 2012 mit dem Bremer Jazzpreis ausgezeichnet. Als Sohn eines Kirchenmusikers kam Christian Grosch seit der frühen Kindheit intensiv mit Musik und einer Vielzahl von Musikinstrumenten in Berührung. Er studierte Kirchenmusik in Halle und Göteborg und Jazzklavier und Komposition in Dresden. Durch sein breites Ausbildungsspektrum ist er in vielen Stilistiken und Ensembles zu Hause. „Hiob“, sein Musical für Kinder und Jugendliche, wurde 2014 in Dresden uraufgeführt. Der Sprechlyriker Temye Tesfu ist auf kleinen und großen Bühnen zuhause, in Bars wie auf Festivals, mal vor vier, mal vor 4000 Zuhören. Mit dem Spoken-Word-Ensemble „Allen Earnstyzz“ wurde er zweifacher deutschsprachiger Vizemeister im Poetry Slam. Er unterrichtet als Dozent kreatives Schreiben und Textperformance und ist als Literaturveranstalter und Moderator tätig.

Hofkirche, ab 19 Uhr fünfmal zur vollen Stunde. www.duo-zia.de

 

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Sydney Ellis and her Midnight Preachers: Kritiker bescheinigen ihr „ein stimmliches Repertoire, das nur wenige Sängerinnen beherrschen“. Die Presse nannte sie einen „Vulkan auf der Bühne“ und vergleicht sie gar mit Tina Turner. Mit Sydney Ellis bringt die Museumsnacht eine der meistgefragten Blues-, Jazz- und Gospelsängerinnen nach Coburg. Mit ihrer Band „Midnight Preachers“ wird sie hör- und sichtbar unter Beweis stellen, dass Spiritualität und Musikalität eine Verbindung voller Power und Emotion eingehen. Ihr Auftritt setzt eine Reihe im Kunstverein-Pavillon fort, bei der Hochkaräter wie Twana Rhodes oder Philippa Gojo Musikkenner begeistert haben.

Kunstverein ab 19 Uhr fünfmal zur vollen Stunde. www.sydneyellis.com

 

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Ensemble polyphonum: Auch das passiert: Eigens für diese Nachtkonzert in Coburgs ältester Kirche haben sich vier Koryphäen der Alten Musik zusammengetan und ein Programm mit Musik aus der Reformationszeit für Singstimmen, Laute, Cembalo, Viola da Gamba und basso continuo erarbeitet. Das Quartett aus Maximilian Fahnler und Friedrich Klehr (Viola da Gamba), Katharina Klehr (Blockflöte, Mezzosopran) und Max Hattiwch (Laute) spielt in wechselnden Besetzungen evangelische Kirchenlieder der Luther- und der Bachzeit, englische Renaissancemusik, Werke des italienischen Frühbarocks, Musik am Hof Ludwigs XIV. für Violen und Musik zum 250. Todestag von Georg Philipp Telemann. In der Nikolauskapelle ab 19 Uhr fünfmal zur vollen Stunde.

Die Künstler: Friedrich Klehr (Cembalo, Viola da Gamba, Bariton), geboren 1967, studierte in München und Würzburg unter anderem bei Prof. Johannes Fink und Friederike Heumann (Viola da Gamba) und bei Prof. Hanno Blaschke (Gesang). Er absolvierte Meisterkurse bei Prof. Hille Perl und Friederike Heumann (Viola da Gamba), Prof. Dirk Boerner (Improvisation) und Dame Emma Kirkby (Barockgesang).

Seine Tochter Katharina Klehr (Blockflöte, Mezzosopran), geboren 2000, spielt seit ihrem vierten Lebensjahr Blockflöte. Seit 2015 studiert sie als Jungstudentin bei Prof. Jeremias Schwarzer und Prof. Maurice Steger in Nürnberg. Sie wurde beim Wettbewerb Jugend Musiziert in den Kategorien Blockflöte solo, Bläserensemble und Sologesang mit Preisen ausgezeichnet und absolvierte Meisterkurse bei Prof. Han Tol.

Max Hattwichs musikalische Wurzeln liegen in der Rockmusik. Im Jugendalter hat er intensiv E-Gitarre gespielt und zahlreiche Bühnenerfahrung mit verschiedenen Bands gesammelt. Hattwich hat an der Hochschule für Musik und Theater klassische Gitarre studiert, ehe er sich der Alten Musik zuwandte und sich intensiv mit dem Generalbass- Spiel auf den historischen Gitarren-Verwandten beschäftigte. Er lebt in Berlin, wo er als Musiklehrer wirkt und gleichzeitig ein zweites Studium in historischer Aufführungspraxis absolviert.

Maximilian Fahnler, geboren 1981, studierte an der Hochschule für Musik Nürnberg bei Prof. Hartwig Groth (Viola da Gamba) und Petr Skalka (Barockcello). Er absolvierte Meisterkurse u.a. bei Friederike Heumann und Heidi Gröger (Viola da Gamba) sowie bei Viola de Hoog und Werner Matzke (Barockcello).

 

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Future Violin: Nach über 30 Jahren professioneller Erfahrung im Musikgeschäft gründet Michael Christof Schmitt 2016 das Label Rickyrockrecords und setzt damit den Schwerpunkt seiner Arbeit auf die Umsetzung musikalischer Ideen in Kunst. Der gelernte Musiklehrer spielt mehrere Instrumente auf sehr hohem Niveau und seine Referenzen als Studio- und Live Musiker sprechen für sich. 2005 startete er, inspiriert durch Schauspiel und Varieté, sein visionäres Projekt Futureviolin als Kunstfigur Giakomo. Mittlerweile sind die Referenzen ebenso beeindruckend wie die optischen Snapshots. Als Violinist, der auf einer von innen beleuchteten Glasvioline mit Laserhandschuhen tanzbare Kompositionen performt und die Begriffe Licht, Zukunft, Magie, Energie, Innovation und Vision spielerisch und mit Lebensfreude darbietet, ist Giakomo ein überzeugender Botschafter sowohl für Firmenevents als auch für die Konzertbühne. Elektronische Elemente wandern durch klassische Strukturen, Geigenklänge wie aus einer anderen Galaxie, und trotzdem: nie verlässt der Künstler das menschliche Harmoniebedürfnis. Melodien, Fragmente von orchestralen Symphonien treffen auf Beats, Dance und mystische Elementen der Gregorianik. Dabei findet das kleine oder große Spektakel an den ungewöhnlichsten Plätzen statt: Im Publikum, auf der Bühne, mit Lasershow, animierten LED Walls, oder einfach nur in der Dunkelheit.

Markthalle ab 19 Uhr fünfmal zur vollen Stunde. www.futureviolin.com

 

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Hundling: „Dem Volk aufs Maul schauen“ – was Martin Luther für gutes Übersetzen forderte, beherzigt Phil Höcketstaller beim Komponieren. Der Frontmann der Münchner Band mischt hintersinnige bairische Texte mit schmissigem Rhythm´n´Blues-Sound. Der Bandname ist die höchste Stufe bayerischer Wertschätzung für einen Mann, der unerwartet etwas Besonderes zuwege gebracht hat. Wie eben der Vollblutmusiker, der mit seiner jungen Formation 2015 beim Heimatsound-Wettbewerb des Bayerischen Rundfunks unter 200 Bands als Sieger durchs Ziel gegangen ist.

Veste Coburg, ab 19 Uhr fünfmal zur vollen Stunde. www.hundling.net

 

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Hüsch: Was Luthers für das Übersetzen forderte (“Dem Volk aufs Maul schauen“), das beherzigen Hüsch und singen im Dialekt der thüringischen Nachbarschaft Coburgs: auf Hennebergisch und Vogtländisch. Stücke, die durch mündliche Überlieferung den Weg in das Repertoire gefunden haben oder in Archiven ausgegraben wurden, mit viel Kraft und Feuer — und immer etwas augenzwinkernder Anarchie. „Hüsch“ bezeichnet im Thüringischen etwas von besonderer Güte, was für die Musiker aus dem Raum Ilmenau voll und ganz zutrifft: Sie spielen virtuose deutsche Folkmusik in einem weltmusikalischen Gewand, fernab von Deutschtümelei und Brauchtumspflege. Mit viel Sensibilität und Sachverstand gelingt es ihnen, traditionelle Lieder und Tänze aus ihrer Region zu entstauben, sie zeitgemäß, frisch und mitreißend ins 21 Jahrhundert zu transportieren. Das Debüt-Album von Hüsch wurde vom Szene-Magazin Folker zur besten Deutsch-Folk-Scheibe seit Jahren gekürt und die zweite CD erhielt eine Nominierung für den Preis der deutschen Schallplattenkritik. Die Musiker üben ihr Handwerkszeug auch in anderen Formationen aus. So hört man immer etwas vom Feuer irischer Traditionals, ab und an etwas Gospel oder den Shuffle einer gut geschmierten, mächtig groovenden Bluegrass-Band. Überdies eint die Akteure die Wiederentdeckung eines fast vergessenen Instruments, der Thüringer Waldzither, die zusammen mit Piano, Geige, Banjo, Flöten und verschiedener Percussion erklingt. Nicht zuletzt prägt die starke Leadsängerin Hanna Flock den Charakter der Band, deren einzigartig klare und sympathische Stimme jedem Vergleich zu großen Sängerinnen der Musikgeschichte standhält.

Marstall, ab 18 sowie 21 und 23 Uhr. www.songs-of-heimat.de

 

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Martin Luther Soulfully Sacred: Sie standen schon mit Mariah Carey, den Weather Girls oder Xavier Naidoo auf der Bühne, waren Gast bei Florian Silbereisen oder Thomas Gottschalk und touren mit den Golden Voices of Gospel durch ganz Europa. Exklusiv für Coburg haben sich drei von ihnen Martin Luther vorgenommen. „A Mighty Fortress is our God“ (eine feste Burg ist unser Herr). Diese und andere Lieder aus der Feder des Reformators werden neu als seelenvolle Melodien zeitgemäß präsentiert. In einer raffinierten Verbindung aus diesen klassischen Melodien und modernem Rhythmus schieben sich überraschende Harmonien unter diese wohlvertrauten Kirchenlieder und wirken reizvoll neuartig. Die Künstler: April Journi gibt mit ihrer fantastischen Soulstimme den Liedern eine neue Klangfarbe und beeindruckt mit einer großen Dynamik der Melodieführung. Thomas Roth hat sich als Ausnahme-Nyckelharpa-Spieler einen Namen gemacht und sorgt mit seiner Keyfiddle, diesem wenig bekannten historischen Instrument für den mittelalterlichen Klang im Trio. De’Andre Jones, Pianist, Sänger und Arrangeur der Lutherlieder, legt mit seinem gefühlvollen und unglaublich virtuosen Klavierspiel das musikalische Fundament des Trios und setzt mit seiner klassisch ausgebildeten Soulstimme neue Maßstäbe in der Interpretation der Lieder von Martin Luther.

Casimirianum, ab 19:30 Uhr viermal zur halben Stunde. www.voices-of-gospel.net

 

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Max der Spielmann: Dieter Schumann aus Erfurt, Gründer und künstlerischer Leiter des Ensembles „Erfurter Camerata“, kommt mit über einem Dutzend interessanten, heute ungewöhnlichen Musikinstrumenten zur Museumsnacht ins Staatsarchiv. Als „Max der Spielmann“ lädt er mit Dudelsack, Drehleier und Gemshorn zu vielfältigem Getön aus dem Mittelalter ein. Die Teilnehmer können zuhören, zusehen und mitmachen. Dieter Schumann studierte Schulmusik und Klavier an der Hochschule für Musik „Franz Liszt“ Weimar. 1979 – 1992 war er als freischaffender Musiker und Musikerzieher in Erfurt tätig sowie als Lehrbeauftragter der genannten Hochschule beschäftigt. Die Fortbildung auf dem Gebiet der Alten Musik erfolgte durch Teilnahme an Kursen des IAM Kassel und Meisterkursen. 1983 gründete er das Ensemble für Alte Musik  „Erfurter Camerata“. Seit 1992 ist er Musiklehrer am Evangelischen Ratsgymnasium Erfurt.

Staatsarchiv, ab 19 Uhr jeweils zur vollen Stunde.

Info: Lutherschauspiel oder Video

 

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Medlz: Nicht wenige bezeichnen die Vier als die beste weibliche A Cappella-Popband Europas. Schon im Alter von sieben Jahren sangen sie gemeinsam im Philharmonischen Kinderchor Dresden Stücke von Mozart; Bach und Beethoven. Diese klassische Ausbildung hört man auch heute noch. Ihr aktuelles Programm ist angelehnt an die 2015 erschienene Live-CD „Von Mozart bis Mercury“ und nimmt die Zuhörer mit auf eine beeindruckende Reise durch 200 Jahre Musikgeschichte. Unter dem früheren Namen „nonets“ machten sie sich seit 1999 einen Namen. Ihr damals erschienenes Album „samtweich“ wurde in San Francisco für den Contemporary a Capella Recording Award 2004 als bestes Rock/Pop-Album nominiert. Der Award gilt gemeinhin als der Grammy unter den A Cappella-Auszeichungen. Konzerte der medlz versprechen außergewöhnliche Stecknadel-Stille bei Ave Verum (Mozart), emotionalen Soul bei Spirituals wie „The battle of Jericho“, den Charme von vier Marilyns im Monroe-Medley und kraftvollen Pop und Rock von Michael Jackson bis Led Zeppelin. Mutig nehmen sie sich großer Nummern an und machen auch vor Louis Armstrong, Queen und Falco nicht halt. Herrlich albern und gekonnt zugleich gelingt anschließend ein „Neue-deutsche-Welle-Medley“ in sächsischem Dialekt.

Brose, Gebäude 25, ab 19.30 Uhr, im Wechsel mit dem Quartett Passo Avanti. www.medlz.de

 

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Milou & Flint:  Viel Applaus erhielt das Singer-Songwriter-Duo aus Hannover, für sein 2015 veröffentlichtes Debütalbum „orange bis blau“. So wählte die Zeitschrift „Elle“ die Lieder von Milou & Flint unter ihre „Top 10 Sommerhits“ und beschreibt ihre Lieder als „Lagerfeuerromantik à la Simon & Garfunkel“ mit „sinnlichen deutschen Texten“. Tatsächlich haben Milou & Flint viel Spaß daran, sich Geschichten auszudenken und über Dinge zu singen, die ihrem Publikum und ihnen selbst ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Auch ausgefallene Instrumente zu spielen oder zu basteln, ist ihre Spezialität. So kann es schon einmal vorkommen, dass man eine Heizung klappern oder eine Papiertüte rascheln hört, wenn man auf ihrem Album genau hinhört. Beide sind Multiinstrumentalisten, sie spielen neben Klavier und Gitarre auch Fußschlagzeug, Cello, Trompete, Melodika und Akkordeon – einiges davon mal eben auch gleichzeitig. Auf der Bühne gesellt sich zum Duo der Musiker Rocky Österreich am Toy Piano und an der Violine. Sein unverwechselbarer Sound bescherte dem Duo den Auftrag, für den Soundtrack eines Kinofilms eine neue Version des Songs „Ohne Dich schlaf‘ ich heut Nacht nicht ein“ neu einzuspielen. Was ja ein Motto für die Museumsnacht sein könnte…

Schloss Ehrenburg, ab 19 Uhr fünfmal zur vollen Stunde. www.milou-flint.de

 

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Passo Avanti: Das Quartett haucht mit unbändiger Spielfreude und Virtuosität Klassikern neues Leben ein; Klassiker, die zu ihrer Zeit unerhört modern waren. Die so genannten alten Meister, Komponisten wie Bach, Brahms und Verdi, sie waren allesamt musikalische Avantgardisten, experimentierfreudig und offen für Neues. Welche Musik würden sie wohl heute machen? Passo Avanti verschafft uns einen Hauch Ahnung davon. „Bach hätte seine Freude an Passo Avanti gehabt, davon sind wir überzeugt“, heißt es auf BR Klassik, und NDR Kultur berichtet begeistert „Das Quartett Passo Avanti verhandelt die musikalischen Parameter vorhandener Stücke neu – heraus kommt eine spannende Mischung aus Klassik und Jazz. Die Verwandlungen sind witzig und voller Ideen. Der Spaß am Arrangieren und Improvisieren steht im Vordergrund und das überträgt sich auch beim Hören.“

Brose, Gebäude 25, ab 19.30 Uhr, im Wechsel mit dem Quartett Medlz. www.passoavanti.de

 

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Philharmonisches Orchester Landestheater Coburg: Die Existenz des einst als „Herzoglich Coburg-Gothaische Hoftheater-Kapelle“ gegründeten Klangkörpers lässt sich nahtlos bis ins Jahr 1714 zurückverfolgen. Große Komponisten und Dirigenten wie Richard Strauss und Hector Berlioz haben hier dirigiert, Solisten wie Wilhelm Kempff oder Joseph Szigeti sind mit dem Orchester aufgetreten. Die bekannten, von Richard Wagner selbst gebilligten „Coburger Fassungen“ seiner Opern werden weltweit für Aufführungen mit reduzierten Orchesterbesetzungen genutzt. Heute begleitet das Philharmonische Orchester die laufenden Opern-, Operetten-, Musical- und Ballettproduktionen des Landestheaters Coburg. Dazu kommt eine Konzertreihe mit sechs Sinfoniekonzerten pro Saison sowie verschiedene Sonderkonzerte wie das Neujahrskonzert, das Barockkonzert oder das Klassik-Open-Air im Rosengarten. Seit 2010 ist Roland Kluttig Generalmusikdirektor am Landestheater Coburg. Unter seiner Leitung nahm das Orchester stilistisch und qualitativ eine auch überregional gewürdigte Entwicklung. So nominierte die Fachzeitschrift Opernwelt das Orchester nach der Spielzeit 2010/2011 für den Titel „Bestes Orchester“. Bedeutende Solisten gastieren gern und häufig mit dem Orchester, das mit Formaten wie „COmpose …“ oder dem „Mitmachkonzert“ auch neue Wege in der Jugendarbeit geht. Roland Kluttig (Jahrgang 1968) hat seit seinem Beginn als Generalmusikdirektor in der Saison 2010/11 mit Produktionen der Opern von Gluck, Weber, Verdi, Wagner, Puccini oder Janacek für großes überregionales Interesse gesorgt. „Großartig, was Roland Kluttig aus seinem B-Orchester herausholt an Farbe, Wucht, Wahrheit und Wirkung“ schrieb die FAZ. Mehr: www.landestheater-coburg.de

 

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Sebastian Pecznik: Er ist jung, charismatisch und musikalisch virtuos. Der Argentinier mit polnischen Wurzeln ist Gitarrist, Komponist und Arrangeur und blickt  bereits auf ein vielfältig publiziertes Œuvre. Auf der Bühne interpretiert er die großen Meister ebenso grandios, wie seine eigenen Kompositionen und schafft damit musikalische Bilder, die bewegen, beseelte Musik, die berührt. Am 9. September setzt er die Tradition der virtuosen Museumsnacht-Gitarrenkonzerte fort. Seiner multikulturellen Herkunft ist dabei wie seine Leidenschaft zur Musik allgegenwärtig. Er schafft wundersame Klangoasen, die noch nachwirken, wenn Pecznik die Bühne schon lange verlassen hat. Für Coburg hat er sich auf musikalische Spurensuche nach Martin Luther begeben.

Leise am Markt, 18, 20, 22 und 24 Uhr. www.sebastianpecznik.com

 

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Alexander Remde: Dudelsack, Sackpfeifen, Hirtenflöte, Maultrommel, Rostocker Spielpfeife oder Drehleier. Diese heute kaum mehr bekannten, geschweige denn gespielten Instrumente faszinieren Alexander Remde seit vielen Jahren. So begann der Ebersdorfer damit, sich intensiv damit zu beschäftigen. Heute ist er Experte auf diesem Gebiet und auf Mittelaltermärkten und Veranstaltungen des Deutschen Hirtenmuseums regelmäßiger Gast. Der Ebersdorfer spielt eine Vielzahl seltener Blasinstrumente, die er nach historischen Vorbildern meist selbst anfertigt. Dazu gehört etwa der sogenannte „Dreibrümmler“, eine Art Hirten-Dudelsack (s. Foto). Remde spielt auf den teilweise sonderlichen Pfeifen und Säcken Lieder aus verschiedenen Regionen Europas und erklärt dem meist staunenden Publikum seine mitgebrachten Instrumente. In der Museumsnacht nimmt er die Besucher mit auf eine Klangreise zurück in die Zeit Martin Luthers.

Im Puppenmuseum ab 18 Uhr fünfmal zur vollen Stunde.

 

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Sarah Kaiser: Die Berlinerin begeistert seit über 15 Jahren mit Neubearbeitungen klassischer Kirchenlieder. Mit ihren lebendigen Arrangements altbekannter Gesangsbuchschätze, holt sie die alten Texte und Melodien aus der Vertrautheit des Gehörten und lässt ihr Publikum buchstäblich aufhorchen. Mit ihrem Programm und fünftem Soloalbum „Freiheit – auf den Spuren Martin Luthers“ präsentiert sie Eigenkompositionen mit ausgereiften Texten sowie Choräle von Martin Luther. Dabei bewegt sie sich stilsicher zwischen Soul, Pop und Jazz – jenseits von Klischees und mit klarer eigener Note. „Ich gebe nach der Theologie der Musik den nächsten Platz und die höchste Ehre“ ist ein Zitat von Martin Luther. Dabei war es vor allem der Gesang, der es ihm angetan hat. Das macht ihn mir sympathisch“, sagt Sarah Kaiser. Erleben Sie die Musik einer Frau, die von dem singt, was ihr wichtig ist, in Kombination mit den faszinierenden Gedanken eines Mannes, der die Welt für immer verändert hat.

St. Augustin ab 19 Uhr fünfmal zur vollen Stunde. www.sarahkaiser.de

 

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Park Stickney: Gefragt und gefeiert ist er am Broadway in New York, als Lehrer an der Royal Academy in London, als Solist auf Harfenfestivals, als Mitglied wilder Bands oder Star in seriösen Philharmonien. Park Stickney, der verrückte Harfen-Professor macht alle Vorurteile über das himmlische Instrument zunichte. Wer dachte, auf der Harfe könne man nur liebliche Glissandi und sanfte Zupftöne spielen, wird bei ihm eines Besseren belehrt. Mit Witz, enormer Kraft und unfassbarer Virtuosität zwingt er die Harfe hinab auf die raue Erde. Mit unglaublicher Leichtigkeit wechselt er zwischen Genres und Epochen, von Jazz über Barock und Klassik zu Rock, interpretiert und zitiert Duke Ellington, Claude Debussy, Freddie Mercury, Henry Purcell, Sting, Miles Davis und rundet das Programm mit geistreichen Eigenkompositionen ab. Es ist ein Vergnügen dem sympathischen Amerikaner mit Zweitwohnsitz in der Schweiz beim Musizieren wie beim Moderieren zuzuhören. Er sprengt die Grenzen der Harfe und mit ihr verbundene Mythen mit Hilfe seiner Virtuosität und seines erlesenen Musikgeschmacks.

Leise am Markt, ab 19 Uhr dreimal zur vollen Stunde. www.harplab.net

 

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Daniel Wunderlin: Der Basler Gitarrist ist in allen Stilen und Epochen zuhause. Er studierte an der Hochschule für Musik, Luzern. Weitere Studien folgten am Conservatoire national supérieur de musique et de danse in Paris bei Alexandre Lagoya. Nach dem abgeschlossenen Studium der klassischen Gitarre Lehrtätigkeit am Kantonalen Gymnasium in Luzern und zugleich Konzerte in Basel, Zürich, Luzern, Lugano und kleineren Orten. In der Museumsnacht präsentiert er den Zuhörern im Westpavillon eine Vielfalt an Musikstilen von Pop über Blues, Klassische und Spanische Gitarre, Rock, Samba, Tango bis hin zu Jazz, ab 19 Uhr jeweils zur vollen Stunde.  …).

2005 – die Premiere

 

Die Vorzeichen für die erste Museumsnacht am 10. September 2005 stehen schlecht: Um 17 Uhr geht ein Wolkenbruch über der Stadt nieder und legt die Stromversorgung für die Illuminationen im Hofgarten lahm. Um 18 Uhr scheint die Sonne, das Bayerische Fernsehen bringt einen kurzen Vorbericht und 30 Minuten später ist der Hofgarten voll wie nie.
Bei 4.000 Besuchern hören die Mitarbeiter an der Eingangstür des Naturkundemuseums auf zu zählen. Sie helfen stattdessen als Tellerwäscher an der Museumskasse aus, wo der Empfang zur Haifischbar umgebaut wurde und nun die Gläser ausgegangen sind.
Die Inszenierungen der „Kontraste“ begeistern das Publikum: auf der Veste etwa die Models mit futuristischen Papierkleidern auf einem Laufsteg zwischen schwarzen historischen Ritterrüstungen. Die Stadt- und Museumsführer treten erstmals in historischen Kostümen auf und erzählen dem Publikum als Queen Victoria, Prinz Josias, Martin Luther, Herzog Alfred oder Gurken-Alex an ihren Originalschauplätzen Coburger Geschichte und Geschichten. „Kostümführungen“ sind seither eine bewährte Dauereinrichtung. Ebenfalls bis heute gilt: Gute Ideen ersetzen teure Technik.
Zum Hingucker wird die Allee oberhalb des Naturkundemuseums. Mangels Strom im Hofgarten sorgen hier Kerzen in 200 Papiertaschen eines Bad Rodacher Spielwarenherstellers für eine Lichtspur – nach den „Haba-Tüten“ fragen begeisterte Besucher noch Jahre später.

 

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2006 – die Wiederholung

 

Der Name ist der gleiche geblieben – weil sich die teilnehmenden Häuser neuen Vorschlägen wie „Nacht der Farben“ oder „Nacht der Lichter“ widersetzen und das Konzept „Kontraste“ für ausbaufähig halten.
Laut – leise, alt – jung, hell – dunkel oder süß – sauer heißt es deshalb nun an mittlerweile 14 Schauplätzen. Neu dazu gekommen sind die Initiative Stadtmuseum im Westpavillon, die Kleine Galerie und das Theater in der Reithalle.
Im Burghof zeigt die Gruppe Dance Royale Tänze aus der Renaissancezeit. Im Naturkundemuseum basteln Kinder Papierschmetterlinge, während Väter (und Mütter) Whiskey-Seminare absolvieren.
Im Weißen Saal der Ehrenburg gibt Prinz Leopold eine Audienz, während nebenan englische Lautenlieder und Shakespeare-Texte vorgetragen werden.
Die Kleine Galerie am Salzmarkt präsentiert „Schrottgeburten“ des Franzosen Manfred Reul-Schweizer, der Metallobjekten vom Flohmarkt zu einem fantasievollen Comeback als Skulpturen verhilft. Im Puppenmuseum verwöhnt Koch-Künstlerin Elisabeth Vogt mit winzigen Köstlichkeiten aus der Puppenküche. Designstudenten des Vereins Wir Gestalten e. V. verwandeln den Hofgarten in einen Zaubergarten – Schirme werden zu Pilzen und Kinder-Planschbecken zu Ufos.

 

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2007 – Neue Schauplätze

 

Bei der dritten Auflage unter dem Motto „Altes in neuem Licht“ soll es keine Gewöhnungseffekte geben – die Museumsnacht bewegt sich vom Bereich um den Hofgarten auf die Innenstadt zu: Das Rathaus, die alte Posthalterei in der Ketschengasse 11 und die Salvatorkirche sind die drei neuen unter den nun 15 Schauplätzen der Museumsnacht.
Im Renaissance-Sitzungssaal des Rathauses kontrastieren die Öl-Portraits einstiger Ratsherren mit 99 Coburgern, deren Gesichter Martin Rohm fotografiert und im Pop-Art-Stil verfremdet hat und auf einer 9 Meter breiten Licht-Bild-Wand präsentiert.
Im Grabungsmuseum treffen die Scherben, die im einstigen Kirchhof ausgegraben wurden, auf moderne Keramik der Ton-Art-Künstlerin Kerstin Schmidt. Der „Hofgarten der Sinne“ bietet Erlebnisse für Augen (Illuminationen, Feuershow), Ohren (Windspiele, Klangschalen, Gongs und Zimbeln), Nase („Kräutermeisterey“) und Mund (Schokoladen von der Weißen Frau).
Seltene Töne in St. Augustin: Das Duo Stone Voice mischt mongolischen Obertongesang mit dem Klang schwingender Granitsteine.
Im Naturkundemuseum („Nachts schläft der Löwe nicht“) lassen sich Besucher als Großwildjäger kostümiert fotografieren.

 

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2008 – ab jetzt mit Theater und bis nach New York

 

Die 4. Museumsnacht verfeinert – nun an 17 Schauplätzen – das Rezept „Gegensätze ziehen sich an“ weiter. Neu dabei und auf Anhieb Publikumsmagneten sind die Freimaurerloge „Zur Fränkischen Krone“, der ebenfalls sonst verschlossene historische Tresorraum im Keller der VR-Bank am Theaterplatz und das Zeughaus mit seinen „gegensätzlichen Mietern“ (Staatsarchiv und Wein Oertel) sowie das Landestheater, das erstmals sein Großes Haus für „Coburgs schönste Nacht“ öffnet.
In der Morizkirche wechseln zu jedem Stunden-Drittel Taizégesänge, Stille und Martin Rohms Licht-Inszenierung „Wie im Himmel, so auf Erden“ auf einer vor dem Epitaph herabhängenden Riesen-Leinwand, unterlegt vom Klang der Schuke-Orgel. Rohms Bilderserie „Coburger Horizonte“ aus der Foto-Perspektive „von unten nach oben“ ist auch Thema einer „unter der Erde“ im Grabungsmuseum gezeigten  Ausstellung.
Drei Trios aus Coburg, Halle und der Ukraine gestalten – unter dem Motto „frech, fröhlich und fromm“ – das Musikprogramm in Schloss Ehrenburg. Ein digitales Experiment fasziniert die Besucher der VR-Bank am Theaterplatz: Die „Brücke nach New York“ hat Martin Rohm mit Unterstützung eines heimischen Journalisten-Teams und der aus Coburg stammenden Chefkonservatorin der New York University Prof. Hannelore Römich realisiert: Live beleuchten sie über das Internet in Interviews und Filmeinspielungen verblüffende Beziehungen zwischen der Weltstadt und der Vestestadt. So erfährt das Publikum etwa, was Prinz Hubertus von Coburg, Barbie und die UN gemeinsam haben – und dass Coburg Village der Name eines Altenheims in NY State ist.
Weniger Technik, dafür aber handwerkliche Kunst ist im Westpavillon gefragt: Zwischen barocken Figuren verwandelt eine Friseurin „Frauen von heute“ in „Hofdamen von einst“ – ganz ohne Technik geht es aber nicht: Das Ergebnis ihrer Verwandlung können die Besucherinnen dann zuhause über Internet downloaden.
Weiter entfernt als New York erscheint dem Publikum in dieser Nacht allerdings die Heiligkreuzkirche: Das dort angebotene Programm findet vergleichsweise wenige Besucher – ein seither nicht wiederholtes Experiment.

 

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2009 – Masken

 

Masken, Mythen, Menschenbilder: Die 5. Museumsnacht hat ein neues Motto gewählt, das 19 Schauplätze als roter Faden verbindet.
Auf der Veste sind es die Ritterhelme, im Naturkundemuseum völkerkundliche Exponate wie Ahnengeister und Schrumpfköpfe, im Ostpavillon aus Stanniolpapier geformte Fabelwesen des Hollfelder Künstlers Axel Luther.
Die Nachwuchs-Designer von Wir Gestalten verwandeln Alltagsgegenstände durch Projektion in Monster, die bizarre Schatten in den Hofgarten werfen.
Im Kleinen Rosengarten erwacht die Skulptur des griechischen Hirtengottes Pan zum Leben: halb Mensch, halb Ziegenbock betört er vor allem Besucherinnen durch Flötenspiel und Flirts.
In St. Augustin zeigt der Bad Rodacher Maler Gerhard Kosuch seine Tiermasken-Bilder „Karneval der Tiere“ und die Sammlerin Elisabeth Böhm aus Bruckmühl ihre afrikanischen Masken – einige stehen zum Verkauf, der Erlös geht an das Hilfsprojekt „School of Hope“ in Kenia.
Das Theaterfest steht unter dem Motto „Maskerade“; die Maskenbildner laden das Publikum ein zu einer Schminkaktion.
Für ein Highlight sorgt der in Italien geborene und in der Schweiz lebende Künstler Salvatore Mainardi: Hunderte von Goldmasken lässt er an Bäumen und Wänden, auf dem Boden und in einer feurigen Performance dem Publikum entgegentreten.
In der Landesbibliothek bietet das Saxofon-Quartett „Sax Puppets“ als Hommage an die Muppet Show mit seinen überdimensionierten Masken einen Walking Act der besonderen Art, während im Silbersaal eine Ausstellung Faschingsmasken aus aller Welt präsentiert, die Michael Stöhr aus Diedorf bei Augsburg zusammengetragen hat.
Auch in der Morizkirche, dem Grabungsmuseum und im Casimirianum stehen Masken-Darstellungen, wie sie im Stadtbild zu finden sind, im Mittelpunkt von Illuminationen und Ausstellungen.
Das musikalische Highlight startet um Mitternacht auf der Veste: Auszüge aus Carl Orffs Carmina Burana, dargeboten vom großen Chor des Casimirianums, unterstützt von professionellen Gesangs- und Instrumental-Solisten. 5.000 begeisterte Zuschauer erleben das Spektakel auf der vorderen Bastei, wo zum Finale alle mitwirkenden Künstler ihre Gesichter hinter Goldmasken von Salvatore Mainardi verbergen.

 

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2010 – Transformation, was ist denn das?

 

Die 6. Museumsnacht wagt sich an 20 Orte und erstmals an ein abstraktes Motto: Transformation.
Die manchen Mitwirkenden zunächst „kühn“ gewählte Bezeichnung für Umgestaltung und Verwandlung prägt am Ende das Programm auf vielfache Weise. Denn Transformation ist ein fester Begriff nicht nur für Historiker, Biologen, Musiker, Maler und Techniker unterschiedlicher Disziplinen. Auch für Theologen: Vikar Dr. Thomas Amberg beleuchtet in der Morizkirche das Thema „Christsein – ein Leben in Transformation“, beschreibt die „verwandelnde Kraft der Bibel“ und kann sich dabei auf Martin Luther berufen, der hier vor fast 500 Jahren predigte: „Dieses Leben ist nicht ein Wesen, sondern ein Werden…“
Als neue Orte sind erstmals dabei: die Lutherschule am Albertsplatz und die Alte Schmiede in der Ketschenvorstadt (heute das „Pfadfinderhaus“). Im Pfarrzentrum St. Augustin stellt die Murnauer Künstlerin Irmgard Lange-Redinger ihre Bilder vor: Sie sammelt seit 22 Jahren Sand aus aller Welt und transformiert ihn zu Farben ihrer Bilder.
Das Mitternachts-Highlight im hochkarätigen Musikprogramm setzt ebenfalls in St. Augustin der Münchner Saxofonist Klaus Kreuzeder im Duo mit dem fränkischen Multi-Instrumentalisten Michael Christof Schmitt. Bei drei Kurzkonzerten des durch schwere Krankheit an den Rollstuhl gefesselten Ausnahmemusikers bleibt in der Kirche nicht einmal  mehr ein Stehplatz frei.

 

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2011 – Sind Briten da?

 

„Very british“ gibt sich Coburg am 10. September 2011: Goethes Frage „Sind Briten da?“ liefert das Motto der 7. Museumsnacht, die sich aus Anlass des 150. Todestages von Prinz Albert von Sachsen-Coburg und Gotha des berühmten Botschafters seiner Heimatstadt und Ehemanns von Königin Victoria von England „in gewohnt lockerer Inszenierung“ (N. Tessmer) annimmt.
So verbindet ein roter London-Bus die Museumsnacht-Stationen, zu denen erstmals auch der Marktplatz mit dem Albert-Denkmal, das Mausoleum auf dem Glockenberg und das Palais Edinburgh gehören.
Das Staatsarchiv präsentiert die Heiratsurkunde des berühmten Paares und in Schloss Ehrenburg führt die „Queen“ durch ihre Schlafgemächer. Im Burghof verblüffen „Recartney“ mit perfekter optischer und akustischer Beatles-Erscheinung und im Mausoleum auf dem Glockenberg, das mit finanzieller Hilfe von Prinz Albert gebaut wurde, gibt Shelly Philipps ihr erstes Konzert in Coburg (später wird sie für die Vorentscheidung des Eurovision Contest entdeckt). Die Kunstsammlungen auf der Veste, das Naturkundemuseum und die Landesbibliothek verdeutlichen in Ausstellungen den Einfluss Alberts auf Architektur, Naturwissenschaften und Kunst, insbesondere die Malerei seiner Epoche.
Die Freimaurerloge „Zur Fränkischen Krone“ hat, wie die Freimaurerei generell, ihre Wurzeln in den mittelalterlichen Dombauhütten, die sich 1717 in London zur ersten Großloge vereinigten. Die 99 Jahre später entstandene erste Coburger Freimaurerloge stand unter dem Patronat von Ernst I, dem Vater von Prinz Albert. Das Palais Edinburgh (heute Sitz der IHK) trägt diesen Namen, seit es Wohnsitz des zweitältesten Sohnes von Prinz Albert wurde.
Das Projekt Coburger Kunst-Arkaden schafft Coburgs größte Bildergalerie: Dazu werden an den Arkaden am Schlossplatz 18 großformatige Drucke mit Bildern von Prinz Albert aufgehängt, die neun Malerinnen der Initiative Kunst-im-Puls-Coburg angefertigt haben. Ebenso spektakulär: Dem Aufruf von Organisator Martin Rohm folgend treffen sich über hundert Damen im Alter von neun bis neunzig, die große Hüte tragen, am Albert-Denkmal zur Teatime.
Einem London-Taxi entsteigt das Double des bekanntesten Hochzeitspaares dieser Tage: Kate und William. Die meiste Aufmerksamkeit erntet das Brautkleid – eine exakte Kopie aus der Werkstatt des Münchner Designers, der auch Kate’s Kleid gefertigt hat.

 

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2012 – Fragezeichen

 

Wer gibt dem Bären Zucker? Wie geht es den Puppen im Exil? Was suchte der Walzerkönig an der schönen blauen Itz?
Ein ganzes Programmheft voller „Fragezeichen“ beschreibt das Motto der Museumsnacht 2012 – und seine Inszenierung an allen einbezogenen Schauplätzen. So beantworten die Kunstsammlungen der Veste zum Beispiel diese Fragen: Wie trinkt sich’s aus einem Scherzgefäß? Was haben Tischdecken und Gewehre gemeinsam? Oder: Wie funktioniert Dürers magisches Quadrat?
An 20 historischen Orten finden Nachtschwärmer Antworten auf diese und viele anderer Fragen – so wird die 8. Nacht der Kontraste zur spannenden Entdeckungstour. Wobei nicht wenige Besucher Mühe damit haben, das „Weiße Ross“ zu finden.
Die Lösung: Der malerische Innenhof am Marktplatz mit der weißen Pferdeskulptur an der Fachwerk-Wand gehörte zu dem gleichnamigen Gasthof.

 

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2013 – Könner, Künstler, Kulturen

 

Die Nürnberger Nachrichten beschreiben das Programm der 9. Nacht der Kontraste unter der Überschrift: „Die Coburger verführen mit allen Mitteln“. Gedruckt ist das Programmheft erstmals in größerem Format. Auf 36 Seiten stellt es Könner, Künstler und Kulturen – so das Motto der Nacht – vor.

Vier der 21 Schauplätze sind erstmals dabei: die Ketschenvorstadt (Videoinstallation am Säumarktbrunnen), der Hexenturm, die Rückertschule und die Coburger Moschee, die am Abend des 7. September einen wahren Ansturm interessierter Besucher verzeichnet.

 

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2014 – Sein und Schein

 

Der Blick hinter die Kulissen zeigt: Vieles ist anders als es auf den ersten Blick erscheint. Das erfahren die Besucher der 10. Museumsnacht, die unter dem Motto „Sein und Schein“ steht, an 19 historischen Orten. Erstmals dabei: der Portikusbau, architektonischer „Überrest“ des einstigen Jugendstil-Volksbades in Coburg.
Musikbegeisterte können sich gerade in diesem Jahr auf mehr als ein Dutzend hochkarätiger Ensembles freuen – und das zum Preis einer Kinokarte.
Darunter die Münchner Sängerin „Somersault“ alias Gudrun Mittermeier (Ehefrau des gleichnamigen Comedian Michael), das Stuttgarter Ensemble Foaie Verde (Klänge des Balkans von meisterhaften Künstlern), das Hofer Trio Pasión (Folklore Südamerikas), das Freiburger Duo Burr & Kleiber (Gitarre/Violine) und außergewöhnliche Formationen wie The Shanes, VerQuer, Spanish Mode oder Brothers of Santa Claus.

 

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2015 – Starke Frauen

 

„Starke Frauen“ heißt das Motto und der rote Faden, der sich am 12. September durch Ausstellungen, Installationen und Lesungen an 17 Schauplätzen zieht. In das Motto reihen sich u. a. die Ausstellung „Die dunkle Seite der Renaissance“ und die Installation „Venus“ von Prof. Ottmar Hörl auf der Veste Coburg oder die Gemeinschaftsausstellung fränkischer Malerinnen im historischen Ratssaal.
An geschichtsträchtigen Orten lassen historische Frauen-Gestalten Coburger Stadt-Geschichte(n) lebendig werden, darunter Luther-Gattin Katharina von Bora, Königin Richeza oder Queen Victoria, während im Hofgarten Erzählkünstlerin Peggy Hoffmann Frauengeschichten aus dem Orient vorträgt.
Auch im Musikprogramm mit Live-Konzerten an 15 Orten geben „starke Frauen“ den Ton an. Die Ensembles kommen von Belgien bis zum Balkan, von Norwegen bis Niederösterreich.

 

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2016 – Fremd und Vertraut

 

Oft gesehen, oft gehört? „Fremd und vertraut“ – das Motto der Nacht der Kontraste 2016 wird den Besuchern am 10. September an 21 historischen Orten begegnen.
Deren Namen sind den Coburgern alle vertraut. Fremd (im Sinne von unbekannt), dürfte vielen Besuchern allerdings das sein, was sie an diesen Orten sehen und hören werden. Diesen für die Museumsnacht typischen „Überraschungseffekt“ verdanken wir dem Reichtum an Kultur und Geschichte sowie der Vielfalt Coburgs an Initiativen und Innovationen.
Damit gelang es auch für die zwölfte Nacht der Kontraste noch neue Schauplätze zu erschließen, die erstmals an der Museumsnacht teilnehmen: das als Gesellschaftshaus des 21. Jahrhunderts konzipierte Haus „Leise am Markt“ und das hochmoderne Gebäude 25 des Unternehmens Brose.
In neuem Erscheinungsbild erstmals dabei die beiden in langer Bauzeit umgestalteten Kirchen St. Moriz und St. Augustin.

 

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