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Die 22 Schauplätze der Nacht der Kontraste 2017

Begegnung mit Luther, Liedern, Lästermäulern

Neun historische Schauplätze gehörten 2005 zur ersten Coburger Museumsnacht. Seither entwickelte sich die „Nacht der Kon-traste“ zu einem Festival, das an – diesmal 22 – besonderen Schauplätzen Kunst und Kultur erlebbar macht. Außergewöhnliche Erlebnisse für Augen, Ohren und Gaumen erwarten die Besucher am 9. September an diesen Orten:

Veste Coburg

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Schon der „Aufstieg“ um rund 170 Meter hinauf zur „Fränkischen Krone“ durch den Hofgarten ist zu jeder Jahreszeit, ganz besonders aber in der Museumsnacht, ein lohnendes Erlebnis. Die vor bald tausend Jahren als „Koburgk“ erstmals urkund-lich erwähnte Veste Coburg, die viele Stürme und Brände überdauert hat und noch heute den Hauch der Spätgotik und Renaissance atmet, gehört zu den größten und schönsten Burganlagen Deutschlands. Eine kulturelle Blüte brachte die Epoche zu Beginn des 16. Jahrhunderts, als die sächsischen Kurfürsten sie als Schloss nutzten. Dem unter Reichsbann ste-henden Martin Luther bot sie 1530 ein halbes Jahr lang Schutz und Unterkunft. Schon im 19. Jahrhundert begannen die Herzöge von Sachsen-Coburg und Gotha dort Kunstsammlungen von Weltrang einzurichten.

In der Museumsnacht: Die bayerische Landesausstellung „Ritter, Bauern, Lutheraner“, Illuminationen und die Begegnung mit Burgfräuleins, Fol-terknechten und anderen Zeugen längst vergangener Zeiten gehören zu den Attraktionen der Museumsnacht ebenso wie das außergewöhnliche Musikprogramm mit der Münchner Band Hundling auf der Open-air-Bühne im Burghof.
Ein Highlight der Museumsnacht 2017 wird die Illumination des Burghofs durch einen international anerkannten Licht-Künstler (mehr dazu in Kürze).

Musik: Hundling

Nicht zu kurz kommt das leibliche Wohl: Futtern wie bei Luthern – das gilt für Burgschänke und Burghof.

Mehr zum Ort: Veste Coburg

Hofgarten mit kleinem Rosengarten und Teepavillons

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Vor 334 Jahren beauftragte Herzog Albrecht III. den Salfelder Architekten Justinus Bieler mit der Anlage eines Hanggartens im Stil des Barock und Rokoko. Herzog Ernst I., der schon 1817 für seine Eltern im Hofgarten ein Mausoleum errichten lässt, veranlasst 1835 die Umgestaltung in einen Englischen Landschaftsgarten. Er ist heute beliebtes Freizeitareal der Coburger. Der angrenzende Kleine Rosengarten erinnert noch an die vormalige strenge Geometrie des Barock. Das Areal hatte Zar Ferdinand I. von Bulgarien 1913 für seinen Hofstab erworben. 1922 verkaufte er das Haus mit dem Gelände der ehemaligen Hofgärtnerei an den Geheim- und Staatsrat Oscar Arnold aus Neustadt, der im selben Jahr den damaligen Stadtbaurat Max Böhme mit der Planung einer Ziergartenanlage beauftragt, die der thüringische Gartenbauinspektor Wallbau von der Gartenbauschule Köstritz entwarf. Das abfallende Gelände wurde planiert, die zwei Gewächshäuser zum Hofgarten bis auf die Hangstützmauern abgetragen und vier Zinnentürme gestalterisch angepasst.

In der Museumsnacht:
Seltene Baumriesen wie der Tulpen-, der Schnur-, oder der Katsura-Baum und andere grüne Exoten können Naturfreunde ab 15 Uhr bei einer Baumführung kennen lernen. Treffpunkt zur Führung unter Leitung von Forsttechniker Stephan Just ist die Reithalle am Schlossplatz. Mehr zum Ort: Markante Bäume im Hofgarten
Die einstigen herzoglichen Teepavillons sind Treffpunkte für Kunstfreunde und Partygänger: Der Westpavillon ist Galerie des Künstlers Benno Noll, der u. a. „seinen“ Luther präsentiert und den Schweizer Gitarristen Daniel Wunderlin. Im „Gebäude-Zwilling“ Ostpavillon präsentiert Conviva Design die spannende Verbindung von Möbeln und Kunst.
Im Kleinen Rosengarten zeigt das Coburger Lichtstudio Stirtzel Beispiele moderner Garten-Illumination. Verschiedene Skulpturen, darunter das lebensgroße Standbild „Phryne“ von Ferdinand Lepcke aus dem Jahr 1908, erscheinen in neuem, märchenhaftem Licht.

Mehr zum Ort: Hofgarten

TIPP: Mehr Licht!
Nicht in allen Teilen kann der Hofgarten gleichmäßig ausgeleuchtet werden. Wer sich im nächtlichen Landschaftspark keineswegs ängstigen möchte, kann sichergehen – und eine Taschenlampe mitbringen (oder am Stand von Radio Eins im Marstall erhalten).

Naturkundemuseum Coburg

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Mit ihrem Naturinteresse und ihrer Sammelleidenschaft legten die Coburger Prinzen Albert und sein Bruder Ernst den Grundstock. Ihre Sammlung umfasste 1837 neben Versteinerungen und Mineralien schon 600 Vogelpräparate. Sieben Jah-re später gründete das Prinzenpaar das Herzogliche Naturaliencabinet, den Vorläufer des heutigen Naturkundemuseums. Heute genießt das 1844 eröffnete und seit 1914 im Hofgarten angesiedelte Museum mit über 700.000 Sammlungsstücken den Rang eines Landesmuseums. Seit der Erweiterung im Jahr 1996 bieten die neu gestalteten Ausstellungen den Besu-chern eine faszinierende Zeit- und Weltreise. Neben Mineralien, Fossilien, heimischen Tieren und Pflanzen, Urmenschen, Masken und anderen völkerkundlichen Exponaten lockt das Museum in Coburgs schönster Nacht als „Partyzone“ auf hal-bem Weg zwischen der Altstadt und Veste Coburg.

In der Museumsnacht: Die Sonderausstellung 2017 thematisiert Martin Luthers Verhältnis zur Tierwelt.

Musik: Big Fish

Nicht zu kurz kommt das leibliche Wohl!

Mehr zum Ort: Naturkundemuseum

Kunstverein Coburg

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Mit über 1.700 Mitgliedern ist der Kunstverein Coburg der mitgliederstärkste in Bayern und gehört zu den großen Kunst-vereinen Deutschlands. Vorläufer waren der vor über 175 Jahren gegründeten Kunst- und Gewerbeverein Coburg und der vor über 100 Jahren gegründeten Coburger Kunstverein, die 1981 fusionierten. Domizil des KVC ist seit den 50er Jahren die ehemalige Vogelvoliere Zar Ferdinands von Bulgarien, die durch zwei kongeniale Neu- und Erweiterungsbauten des jungen Architekten Thomas Güntzler seine heutige markante Form erfuhr. Etwa zwölf Ausstellungen im Wechsel zeigen die Macher des Kunstvereins jährlich, darunter international bedeutsame Künstler. Der Vortragssaal ist in der Museumsnacht beliebter Treffpunkt der Jazz- und Soul-Liebhaber.

In der Museumsnacht: „Wüste – Raum der Stille“ ist die Ausstellung von Malerei und Grafik des Höchstädter Künstlers Hartmut Pfeuffer betitelt. Gleichzeitig präsentiert der Kunstverein in seiner Reihe „Debüt – junge Kunst“ den Nürnberger Künstler Stefan Schindler. www.stefanschindler.com

Musik:

Nicht zu kurz kommt das leibliche Wohl!

Mehr zum Ort: Kunstverein

St. Augustin Kirche mit Kohary-Gruft

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Im Land der Ernestiner Herzöge wurde 1528, vier Jahre nach Einführung der Reformation, die letzte katholische Messe ge-halten – nicht in der Stadtkirche St. Moriz, sondern in der Siechenkapelle St. Nikolaus vor den Stadttoren. Erst rund 300 Jahre später bilden Katholiken wieder eine Gemeinde. Am 25. März 1802 feierten sie den ersten Gottesdienst in einem Zimmer in der Ketschengasse 1, bevor Herzog der kleinen römisch-katholischen Gemeinde die Nikolauskapelle zur Nutzung überließ. Unter der Protektion des zur katholischen Linie des Hauses Coburg gehörenden Prinzen August von Sachsen-Coburg-Koháry begann 1851 ein Komitee mit der Vorplanung einer eigenen Kirche für die auf rund 600 Mitglieder gewach-sene Gemeinde. Die 1860 geweihte Kirche wurde in den Jahren 2014-2016 grundlegend saniert und um eine Werktagskapelle erweitert.

In der Museumsnacht: In St. Augustin präsentiert die Berliner Jazz-Sängerin Sarah Kaiser mit ihrer Band ihr fünftes Soloalbum „Freiheit – auf den Spuren Martin Luthers“.
In der Museumsnacht besteht Gelegenheit, in das Gewölbe unter der Kirche hinab zu steigen. Hier, in der Kohary-Gruft fanden Prinz August und seine Gattin Prinzessin Clementine ihre letzte Ruhestätte, ferner ihre drei Söhne Zar Ferdinand von Bulgarien, Prinz Philipp und Prinz August, sowie dessen Ehefrau Prinzessin Leopoldina von Brasilien und deren vier Söhne.

Musik:

Nicht zu kurz kommt das leibliche Wohl! Im benachbarten Pfarrzentrum lädt die katholische Jugend zu einem Nachtcafé ein.

Mehr zum Ort: St. Augustin

Bürglaßschlösschen

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Prinz Josias von Sachsen-Coburg-Saalfeld, der 1789 als Feldmarschall im Dienste der österreichischen Kaiserin aus mehreren Schlachten gegen die Türken vor Wien siegreich hervorgegangen war, diente es als Alterssitz. Er erwarb 1794 das Ge-bäude von einer Kaufmannsfamilie und ließ es zum Palais umbauen. Herzog Ernst I. ließ es zum bürgerlich-romantischen Biedermeier-Schloss umgestalten und schenkte es seiner Mutter Auguste. 1843 geht es über in den Besitz der katholischen Kohary-Linie des Herzogshauses; bis 1881 bewohnt Herzog August das Schlösschen. Sein Sohn, Zar Ferdinand von Bulgarien wohnt in dem Haus, das nun „Bulgarenschlösschen“ genannt wird, bis zu seinem Tod 1948. Seither gehört es der Stadt: Nicht nur Bürger, die sich hier das Jawort gegeben haben, verbinden große Gefühle mit dem Schlösschen: Dessen ehemaliger Empfangs- und Repräsentationssaal genießt das Prädikat heute einer der schönsten Trausäle Deutschlands zu sein.

In der Museumsnacht: Der Trausaal wird – fast schon Tradition der Museumsnacht – zum intimen Konzertsaal für besondere Gitarristen: diesmal das Duo Gitarrenzeiten.

Musik: Duo Gitarrenzeiten

Nicht zu kurz kommt das leibliche Wohl! Im benachbarten „Treff am Bürglaß“ servieren die Aktiven des Mehrgenerationenhauses nicht nur ihre legendäre Kürbissuppe sondern auch einen überraschenden Beitrag zum Motto „Futtern wie zu Luthers Zeiten“.

Mehr zum Ort: Bürglaßschlösschen

Landestheater und Reithalle

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Hier saß schon die Queen: 1827 gründete Ernst I. das Herzogliche Hoftheater. 1840 entstand das heutige Theater. Hier tra-fen sich im 19. Jahrhundert illustre Gäste wie zum Beispiel die Großfürstin von Russland oder die Queen Victoria I. von Eng-land und herausragende Künstler wie Paganini, Liszt und Strauss. Doch reicht die Theatertradition in Coburg weiter zurück. Bereits im 16. Jahrhundert sind die ersten Aufführungen in Coburg nachzuweisen. Herzog Albrecht ließ 1683 im Zeughaus (s. Staatsarchiv) einen Theatersaal errichten, in dem Wanderbühnen gastierten. Unter Herzog Ernst Friedrich wurde 1764 das vorhandene Ballhaus, das sich an der Stelle der heutigen Arkaden auf dem Schlossplatz befand, zum Theater umgebaut.

Die einstige Reithalle auf der dem Theater gegenüber liegenden Seite des Schlossplatzes ist seit 1985 Studiobühne des Landestheaters Coburg. Der eingeschossige neugotische Sandsteinbau mit zwei Zinnentürmen und einem Pferdekopf über dem Spitzbogenportal wurde 1852 im Auftrag von Herzog Ernst II. nach den Plänen des Malers und Baumeisters Georg Konrad Rothbart errichtet. Das Bauwerk ersetzte die 1835 abgerissene Reitbahn am Marstall. Gedenktafeln an der Fassade erinnern an markante Ereignisse in der Reithalle: Hier wurden 1860 das Erste Deutsche Turn- und Jugendfest sowie die ers-te Generalversammlung des Deutschen Nationalvereins veranstaltet. Zwei Jahre später im Jahr 1862 folgte hier die Grün-dung des Deutschen Sängerbundes. Nach der Abdankung des letzten Coburger Herzogs Carl Eduard diente die Reithalle als Kulissenlager des Landestheaters.

In der Museumsnacht: Am Museumsnacht-Tag feiert das Landestheater ab 16 Uhr sein Theaterfest und gibt mit einer Gala im großen Haus eine Vorschau auf das Theater-, Konzert- und Ballettprogramm der nächsten Spielzeit (Eintritt frei).

Mehr zum Ort: Landestheater

Mehr zur Geschichte: Reithalle

Marstall

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Erstmals öffnet 2017 der Marstall seine Tore für das Publikum der Museumsnacht. Das Bauwerk an der Wettiner Anlage zwischen Schlossplatz und Hofgarten wurde 1685 bis 1690 im Auftrag von Herzog Albrecht III. errichtet und beherbergte einen Pferdestall, ein Kutschenhaus und eine Reithalle mit Zuschauergalerien. Der Sockel besteht aus Teilen der äußeren Stadtmauer. Herzog Ernst I. ließ 1835 zur Verbesserung der Verkehrssituation vor dem Steintor die Länge des Gebäudes um ca. 17 Meter auf 107 Meter verringern. 1882 bis 1885 gestaltete der Architekt Julius Hartmann das Gebäude um: Die Giebel und der mittige Zwerchgiebel an der Westfassade bekamen Neurenaissance-Formen (was massiv steinern scheint, ist in Wirklichkeit Blech) und im Inneren wurde eine Gewölbedecke mit Gusseisenstützen eingezogen. 1920 wurde die Decke über dem Keller angehoben um nutzbare Kellerräume zu erhalten. Zusätzlich kam es zum Einbau von Wohnungen. Seit 1921 ist hier das staatliche Vermessungsamt ansässig. 1981 wurde die Fußgängerpassage am Steintor eingebaut. 2010 bis 2012 wurden im Rahmen einer grundlegenden Sanierung die gusseisernen Säulen und das Ziegelgewölbe freilegt. Was die ausführenden Architekten Christian und Peter Brückner, die den Bau als „Geschenk der Geschichte“ bezeichnen, erreicht haben, ist ein energetisch optimierter, stilvoller, modern ausgestatteter Verwaltungsbau, der vielfach ausgezeichnet wurde: u. a. mit dem Deutschen Ziegel-Preis und der Medaille des Vereins Stadtbild Coburg für hervorragende Renovierung.

In der Museumsnacht: Der Konferenzsaal und der ehemalige Kutschenraum bieten in der Museumsnacht die Kulisse für evangelisches Pfarr-Kabarett (Wolfgang Wagner: „Machs nochmal Martin! – Der Reformator kehrt zurück“) und Musikgenuss („Hüsch“ aus Thüringen – virtuos und voller Spielfreude).

Musik: Radio Eins und „Das Eich“

Nicht zu kurz kommt das leibliche Wohl!

Mehr zum Ort: Marstall

Schloss Ehrenburg

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Seinen Namen verdankt das Schloss einem deutschen Kaiser: Karl V. nannte den Bau „aller Ehren wert“, da er – anders als damals üblich – ohne Frondienste der Untertanen verwirklicht wurde. Bauherr war Johann Ernst, der im 16. Jahrhundert seine Hofhaltung von der weniger komfortablen Veste hinab in die Stadt verlegte. Dort ließ er anstelle eines während der Reformation aufgehobenen Franziskanerklosters eine Dreiflügelanlage im Stil der Renaissance errichten. Im 19. Jahrhun-dert ließ Ernst I. das Schloss nach Plänen von Karl Friedrich Schinkel im Stil der englischen Neugotik ausbauen. Sehenswert sind die Gemäldesammlungen, die meist aus Paris stammenden Möbel, Uhren und Leuchter im Stil des französischen Empire sowie die mehrfarbig eingelegten Parkettböden. Während Schloss Callenberg nach wie vor Wohnsitz des Hauses Coburg ist, wird das Schloss wie auch die Veste und der einstige herzogliche Sommersitz Schloss Rosenau in Rödental heute von der Bayerischen Schlösserverwaltung betreut.

In der Museumsnacht: Den Besuchern öffnen sich in der Museumsnacht die Prunk- und Wohnräume, darunter das Schlafzimmer der englischen Königin Victoria. Der prunkvolle Riesensaal lädt zu hochkarätigen Konzerten ein: diesmal mit den melancholisch-multiinstrumentalen Singer-Songwritern Milou & Flint (ab 19 Uhr fünfmal stündlich).

Musik: Milou & Flint

Nicht zu kurz kommt das leibliche Wohl!

Mehr zum Ort: Schloss Ehrenburg

Landesbibliothek

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Noch zu Luthers Lebzeiten begründet wurde die Landesbibliothek Coburg – gemeinsam mit Schloss Ehrenburg, in dem sie sich bis heute befindet. Prinz Albert waren die Bücher von Kindheit an vertraut. Im Musikzimmer, einem der heutigen Le-sesäle, erhielt er erste musikalische Anregungen und im Speisezimmer, dem heute für Ausstellungen genutzten Silbersaal, erlebte er die festliche Atmosphäre von Banketten. Prinz Alberts Nähe zu Büchern als Bildungsträger zeigt sich in seinen englischen Sammlungen ebenso wie in den Coburger Beständen, sei es in der mit seinem Bruder Ernst gemeinsam genutz-ten Studienbibliothek, in Geschenk- oder Widmungsbänden, eigenen Kompositionen oder der von ihm begründeten Lu-ther-Bibliothek. Der Erbauer Herzog Johann Ernst von Sachsen-Coburg (1521-1553) wird sogar am Anfang der Lutherbibel erwähnt, weil er diese gemeinsam mit seinem Bruder Kurfürst Johann Friedrich von Sachsen (1503-1554) durch ein Druck-privileg schützte. Die Landesbibliothek hat davon mehrere handkolorierte Drucke.

In der Museumsnacht: Diese Drucke werden zusammen mit weiteren markanten Luther-Drucken aus den Bibliotheksbeständen, teilweise ausge-sprochen satirisch-lästerlicher Art, um 19.30 und 21.30 Uhr bei einer Führung durch Dr. Silvia Pfister im sonst nicht zugäng-lichen Silbersaal gezeigt. Treffpunkt ist das Foyer der Bibliothek. Dort erzählt Isolde Kalter vorher um 18 Uhr rund um das „Henneberger Urbar“ – das Thema einer neuen Ausstellung – Spannendes aus Coburgs mittelalterlicher Geschichte und ihren Spuren in der Gegenwart. Festliche Barockmusik lässt zwischen 19 und 23 jeweils zur vollen Stunde im Andromeda-Saal das Duo La Vigna auf wunderschönen historischen Instrumenten erklingen.

Musik: Duo La Vigna

Nicht zu kurz kommt das leibliche Wohl!

Hofkirche

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Zwei Stockwerke hoch, nimmt die 1690 begonnene und 1738 eingeweihte Hallenkirche mit ihren markanten Emporen die gesamte Länge und Breite des Westflügels von Schloss Ehrenburg ein. Wie der Riesensaal darüber ist die Kirche in baro-ckem Stil reich stuckiert und mit Deckenfresken versehen. Die prachtvollen Stuckarbeiten stammen von den Brüdern Bar-tolomeo und Carl Domenico Luchese. Dass es sich um eine protestantische Kirche handelt, in der die Wortverkündigung im Mittelpunkt steht, wird durch die im Zentrum des Stuckmarmoraltars angebrachte „Schwalbennest-Kanzel“ anschaulich. Während die Orgel über dem Altar platziert ist, befindet sich auf der gegenüberliegenden Seite das Oratorium, von dem aus die Familie des Herzogs den Gottesdiensten beiwohnte. Die „prominenteste“ Hochzeit fand in der Hofkirche am 15. August 1887 statt: Hier heiratete Johann Strauß (Sohn) seine geliebte Adele. Für ihn – erst Witwer, dann geschieden – war dies in Wien nicht möglich, weshalb der Komponist eigens die Coburger Staatsbürgerschaft angenommen hatte.
In der Museumsnacht:Spannungsreiche Kompositionen auf den Spuren Luthers verspricht das hochkarätige Duo ZIA mit Christian Grosch (Orgel) und Marcus Rust (Jazztrompete).

Musik: Duo Zia

Nicht zu kurz kommt das leibliche Wohl!

Mehr zum Ort: Hofkirche

Coburger Puppenmuseum

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1987 eröffneten Carin und Dr. Hans Lossnitzer das Coburger Puppenmuseum und machten dadurch ihre private Sammlung dauerhaft der Öffentlichkeit zugänglich. Carin Lossnitzer war seit ihrer Kindheit Puppen-Sammlerin. Als Puppenkünstlerin fand sie später national wie international große Anerkennung. 1991 erhielt sie den „Doty-Award“, die höchste Auszeich-nung für Puppenkunst in Amerika. 2007 übernahm die Stadt die Sammlung. Nach der Renovierung des Hauses, in dem 1829 bis 1826 der berühmte Dichter und Orientalist Friedrich Rückert wohnte, und der Neukonzeption der Ausstellung hat das Museum sowohl optisch als auch inhaltlich neue Akzente erfahren. Die vier Abteilungen erzählen von der Kindererziehung durch Spielzeug im Bürgertum des 19. Jahrhunderts, stellen die Spielzeugregion zwischen Coburg und Gotha vor, zeigen die Entwicklung von der Charakterpuppe zur heutigen Spielpuppe und präsentiert Besonderheiten wie Miniaturporzellan, Teepuppen, Automaten und Künstlerpuppen der Museumsgründerin. Ein Rundgang spricht alle Sinne an: Besucher können Materialien fühlen, persönliche Geschichten zu den Exponaten hören, historische Spielsachen in ihrer Funktion ansehen, den Duft des 19. Jahrhunderts schnuppern und sich sogar den Geschmack der 1950er Jahre auf der Zunge zergehen lassen. Zahlreiche Elemente laden zum Spielen und Mitmachen ein.

In der Museumsnacht:Die Sonderausstellung „Spielzeug – Ritter – Burgen“ stellt die Entwicklung der Spielzeugburgen schlaglichtartig dar. „Dem Volk aufs Maul geschaut“ hat Martin Luther bekanntlich und damit eine ganze Reihe von Sprichwörtern und Redewendun-gen geprägt. Beim „Luther-Memory“ können Besucher ihre Kenntnisse testen. Puppendoktor Thomas Packert von 18.00 – 22.00 Uhr zur Stelle. Für frühneuzeitliche Klänge sorgt eindrucksvoll Alexander Remde mit seinen verschiedenen Sackpfeifen. Eine von ihnen, ein Modell aus Italien, bringt sogar die Puppen zum Tanzen.

Nicht zu kurz kommt das leibliche Wohl! Unter dem Motto „Futtern wie bei Luthern“ reicht der Freundeskreis Coburger Puppenmuseum e.V. süßes Gebäck aus der Küche der Luther-Gattin Katharina von Bora. Dazu schmecken Wein und alkoholfreie Getränke aus der Weinhandlung Oertel. Das Café „Hallo Dolly“ bietet Coffee to go, Eis, verschiedene Getränke und Snacks.

Mehr zum Ort: Puppenmuseum

Staatsarchiv im Zeughaus

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Der Name Zeughaus weist auf den ursprünglichen militärischen Zweck des mächtigen Renaissancebaus zwischen Markt und Ehrenburg hin. Mit seiner Waffenkammer setzte Herzog Casimir 1616-1621 einen markanten baulichen Akzent in der Stadt. Bei der Verwandlung vom starken Arm zum starken Gedächtnis der Administration (Staatsarchiv ab 1990) wurde der Magazinbereich umgebaut, damit die Statik rund 3.500 Akten-Meter verkraftet: 14.000 Urkunden, 10.000 Fotos, 7.500 Karten und Pläne sowie 85 Privatnachlässe bewahrt das Archiv als Langzeitgedächtnis der Verwaltung und Kompetenzzent-rum der Forschung. Außerdem beherbergt der mächtige Renaissancebau heute eine bekannte Coburger Weinhandlung. Als „Gedächtnis der Verwaltung“ archiviert das Staatsarchiv seit dem Übergang der gräflich-hennebergischen Gebiete an die Wettiner im 14. Jahrhundertausgesonderte Unterlagen der Verwaltung. Urkunden, Amtsbücher und Akten bilden zu-sammen mit Karten, Plänen, Bild-, Film und Tongut sowie in jüngster Zeit auch elektronischen Unterlagen die Bestände. Er-gänzend werden auch Nachlässe sowie zeitgeschichtliche Dokumentationsmaterialien gesammelt. Die Unterlagen stehen nach dem Bayerischen Archivgesetz der Öffentlichkeit im Lesesaal zur Verfügung.

In der Museumsnacht:Zur Museumsnacht entsteht eine Ausstellung zu Dokumenten aus dem Reformationsjahr 1517.Dieter Schumann, alias „Max, der Spielmann“, seit über zwanzig Jahren Leiter der „Erfurter Camerata“ präsentiert dutzendweise die Vielfalt des Instrumentariums der Lutherzeit, darunter Drehleier, Dudelsack oder Windkapselinstrumente.

Mehr zum Ort: Staatsarchiv

Leise am Markt

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Sein reichhaltiges kulturelles Angebot verdankt Coburg in vielen Fällen privater Initiative und unternehmerischem Enga-gement. Leise am Markt ist ein Beispiel dafür: Der über 600 Jahre alte denkmalgeschützte Sandsteinbau in der Herrngasse wurde im September 2014 nach umfangreichen Baumaßnahmen als „modernes Gesellschaftshaus“ eröffnet. Es war der ursprüngliche Sitz der Firma Leise GmbH & Co. KG, die hier 1904 als „feinmechanische Werkstätte“ gegründet wurde. Mit diesem Projekt verwirklichten die heutigen Firmeneigentümer die Vision eines modernen Gesellschaftshauses des 21. Jahrhunderts – oder wie es Geschäftsführer Dr. Andreas Engel formuliert: „ein inspirierender Ort zum Arbeiten, Kultur ge-nießen, Feiern und Übernachten“.

In der Museumsnacht:Der mit modernster Technik ausgestattete Veranstaltungssaal hat seine Qualität als atmosphärische und funktionale Eventlocation in hochkarätigen Kulturveranstaltungen unter Beweis gestellt. In diese Reihe passen die beiden hier am 9.9. gastierenden international renommierten Musiker: der „verrückte“ Harfenprofessor Park Stickney aus New York und der argentinische Gitarrenvirtuose Sebastián Pecznik.

Mehr zum Ort: Leise am Markt

Rathaus

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Im Jahr 1438 kaufte der Rat der Stadt vier an der Südseite des Marktplatzes gelegene Häuser und ließ an deren Stelle ein neues Gebäude errichten, das zugleich als Rat- und Kaufhaus diente. In den oberen Stockwerken hielten die Schuster, Tuchmacher und Kürschner ihre Waren feil, im Erdgeschoss die Metzger und Bäcker. Nach etwas mehr als 100 Jahren er-wies sich dieser Bau als zu klein für die wachsende Stadt, der Rat erwarb daher im Jahre 1570 das Haus an der Südostecke des Marktplatzes und ein anstoßendes Grundstück in der Ketschengasse hinzu und beauftragte den aus Überlingen stammenden Steinmetz und Baumeister Hans Schlachter mit der Errichtung eines Neubaus. 1580 war dieses neue Rathaus voll-endet, an der Inneneinrichtung wurde noch bis 1598 gearbeitet. Die Stadt besaß nun ein stattliches Renaissance-Rathaus, das mit seinem hohen, von Voluten geschmückten Giebel und dem prächtigen Erker mit dem daneben aufragenden gotischen Alten Rathaus eine eindrucksvolle Baugruppe bildete.
Mit seinen ungewöhnliche Abmessungen von 27 x 13 Metern ist der Saal im Obergeschoss einer der größten profanen Festräume der Renaissance-Architektur in Thüringen und Franken. Die mächtige, von drei Holzsäulen und starken Unterzügen gestützte Balkendecke wurde 1598 vollendet. In einer Fensternische wird der Kopf einer um 1450 entstandenen Sta-tue des Heiligen Mauritius bewahrt. Die Statue wurde 1945 an der Moritzkirche bis auf diesen Rest zerstört und dort durch eine Kopie ersetzt. Einige Gemälde aus der Reihe der Coburger Schützenbilder sind über die Wände verteilt, darunter ein Bildnis des Herzogs Johann Casimir (1564 – 1633), der in diesem Saale alljährlich an einem Festmahl teilnahm, das ihm zu Ehren von der Bürgerschaft gegeben wurde. Zur Marktseite hin ließ der Rat der Stadt für den Fürsten eine Stube abteilen und „mit dem Erker dergestalt ausputzen und meublieren, damit Ihro Hochfürstliche Durchlaucht solche zu einem Tafel-Gemach, wann sie bisweilen auf das Rathaus zur Beschauung eines Jahrmarktes oder sonsten kommen, gebrauchen könnte“.

In der Museumsnacht: Der große Ratssaal diente anfangs „bei gemeinen Hochzeiten“ auch als Tanzplatz. Noch im 19. Jahrhundert feierte der Kunst- und Gewerbeverein im Rathaus sein Stiftungsfest mit einem Ball, den der sich gern im Kreise der Bürgerschaft be-wegende leutselige Herzog Ernst II. gerne persönlich mit der Polonaise den Ball eröffnete. In der Museumsnacht ist der Saal Schauplatz für Theater (Die Hysteriker) und Renaissance-Tanz (Ballare per la gioia).

Mehr zum Ort: Rathaus

Morizkirche

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In der Osterwoche 1530 predigte Martin Luther, der ein halbes Jahr auf der Veste Coburg wohnte, mehrmals in der Kirche. Die evangelisch-lutherische Stadtkirche ist daher ein Ausstellungsort der Bayerischen Landesausstellung 2017 „Luther, Bauern, Lutheraner“. Die Kirche ist nach dem Heiligen Mauritius benannt und geht zurück auf eine romanische Basilika aus dem 12. Jahrhundert, von der noch Fundamentreste vorhanden sind. Der älteste Teil ist der aus dem Jahr 1330 stammende gotische Ostchor. Der Westchor entstand zwischen 1420 und 1454. Erst 1586 war der 72 Meter hohe Nordturm fertig gestellt; der unvollendete Südturm („Rabenturm“) hat seine heutige Gestalt seit 1633. Herzog Johann Casimir ließ 1598 in der Kirche seinen Eltern durch den Bildhauer Nikolaus Bergner ein zwölf Meter hohes Alabaster-Grabmal setzen, das zu den schönsten Renaissance-Epitaphen Deutschlands gehört. Ab 1740 wurde das Innere barockisiert und ist – abgesehen von der bis zum Frühjahr 2016 durchgeführten grundlegenden Renovierung – unverändert.

In der Museumsnacht: Zur Morizer Kirchennacht ab 18:30 Uhr gehören Andachten, Orgelmusik, Führungen durch die Landesausstellung und der „Segen zur Mitte der Nacht“ ab 23:30 Uhr (Eintritt frei).

Mehr zum Ort: Morizkirche

Casimirianum

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Herzog Johann Casimir vermachte der Stadt dieses prächtige Stück Renaissance. Als Schule mit Internat sollte es talentierte Knaben aus allen Schichten ausbilden und so den Fortschritt seines Staates befördern. Am 2. September 1601 fand die Grundsteinlegung durch den Herzog statt, am 3. Juli 1605 wurde das von Peter Sengelaub erbaute Renaissance-Gebäude eingeweiht. Für den Baumeister war das „Casi“ nach der Regierungskanzlei („Stadthaus“) am Marktplatz der zweite Re-naissance-Prachtbau, den er in Coburg errichtete (den dritten, das Zeughaus in der Herrngasse, vollendete er 1621). Nach der Stiftungsurkunde sollte das Haus „ein medium oder Mittel“ zwischen einer Trivialschule und einer Hohen Schule oder Akademie sein. Beinahe wäre daraus sogar eine Universität geworden. Kaiser Leopold I. hatte 1677 dazu seinen Segen ge-geben, aber Streitigkeiten unter den sieben ernestinischen Fürsten und der Mangel an Geld sorgten dafür, dass es bei ei-ner Universität blieb (der in Jena).
Das Erdgeschoss wird von einem Rundbogenportal zweigeteilt, das aus überschnittenen Rundstäben besteht. Ein ähnliches Portal befindet sich übrigens am Lutherhaus in Wittenberg. Der Kirche zugewandt, steht in Höhe des Obergeschosses die Steinfigur des Stifters Johann Casimir. Ursprünglich war die Giebelseite mit den Bildern berühmter Wissenschaftler bemalt. Die Bilder hielten nur einen Winter lang (Pfusch am Bau?). Im Treppenturm mit steinerner Wendeltreppe hängt das Gymnasiumsglöckle, das nur geläutet wird, wenn alle Absolventen das Abitur bestanden haben. In der Aula befinden sich Holztafelbilder mit den Allegorien der sieben Tugenden, die 1957 bei Renovierungen im Münzmeisterhaus entdeckt wurden.

In der Museumsnacht: Gemeinsam mit Schülern ihres Partner-Gymnasiums Ernestinum Gotha präsentieren Casimirianer die Ausstellung „DenkWege zu Luther“. Auf der Bühne der alten Aula erleben die Museumsnacht-Besucher abwechselnd Comedy (Sebastian Schnoy) und Konzerte (Martin Luther Soulfully Sacred).

Mehr zum Ort: Casimirianum

Grabungsmuseum

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Bei Bauarbeiten für einen Neubau der Stadtverwaltung stießen Bagger östlich der Morizkirche auf einen mittelalterlichen Friedhof und die Grundmauern der ehemaligen Benediktinerpropstei aus dem 13. Jahrhundert sowie auf ein mittelalterli-ches Gräberfeld. Im Laufe des Mittelalters war hier ein geistliches Viertel entstanden, dessen Keimzelle die 1988 in Teilen ausgegrabene ehemalige Benediktinerpropstei bildete. Im späten Mittelalter siedelten sich in diesem Bereich Beginen (Seelschwestern) an, ab dem 14. Jahrhundert befanden sich hier auch Wohnhäuser von Vikarieren, bezahlten Messpries-tern von St. Moriz. Außerdem liegt auch der Ursprung der Schulgeschichte Coburgs in diesem geistlichen Viertel. Eine glückliche Entscheidung war es, die vielen Funde, insbesondere Keramik und Gebrauchsgegenstände am Ort der Wieder-entdeckung aufzubewahren und zugänglich zu machen. So entstand im Keller des Verwaltungsbaus das „Grabungsmuseum“, das am 6. April 1994 eröffnet wurde. Es dokumentiert die Baugeschichte des Kirchhofviertels.

Mehr zum Ort: Grabungsmuseum

Nikolauskapelle

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1473 wurde vor der Stadt ein Siechenhaus mit Kapelle erbaut, die dem heiligen Nikolaus geweiht war, der als Helfer für Pilger, Reisende und ansteckend Erkrankte gilt. Die Fresken aus dieser Zeit zeigen den Namenspatron mit den Heiligen Erasmus (Helfer gegen Krankheiten), Jakobus (Patron der Pilger) und Leonhard (Helfer für Gefangene und Patron für das Vieh). Nach der Reformation wurden ab 1529 hier evangelische Gottesdienste abgehalten. 1806 gestattete Herzog Ernst I. der kleinen katholischen Gemeinde, die Kapelle mit zu nutzen. Ab 1873 diente sie der jüdischen, ab 1946 der freikirchli-chen und seit 1962 der Altkatholischen Gemeinde.

In der Museumsnacht: Unter dem Namen Ensemble polyphonum haben sich eigens für fünf kurze Nachtkonzerte in Coburgs ältester Kirche vier Koryphäen der Alten Musik zusammengetan und ein Programm mit Musik aus der Reformationszeit für Singstimmen, Laute, Cembalo, Viola da Gamba und basso continuo erarbeitet.

Mehr zum Ort: Nikolauskapelle

Brose Gebäude 25

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Wer an den modernen Industrie- und Verwaltungsbauten mit dem Brose-Schriftzug im Süden der Stadt vorbeifährt, denkt zunächst nicht an Historie. Jedoch ist der Automobilzulieferer ein markanter Teil der Stadtgeschichte. Was Max Brose 1908 begann, hat sich zu einem global erfolgreichen Unternehmen mit mehr als 25.000 Mitarbeitern an 62 Standorten in 23 Ländern entwickelt.
Im Brose Gebäude 25 in Coburg ist der Geschäftsbereich Sitzsysteme angesiedelt. Durch die Transparenz und die formal ansprechende Struktur betont die Architektur das Selbstverständnis des Familienunternehmens: Große, systematisch an-geordnete Fensterfronten in Verbindung mit einer einheitlich silberfarbenen Fassadenoptik zeugen sowohl von Offenheit und Kommunikation als auch von Freude an Technik und Qualität.

In der Museumsnacht: Das Foyer des Gebäudes wird zum außergewöhnlichen Konzertsaal für zwei außergewöhnliche Ensembles: das Klassik-Jazz-Quartett Passo Avanti und die gefeierte A-cappella-Gruppe medlz.

Mehr zum Ort: brose

Markthalle am Albertsplatz

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Unmittelbar nach ihrer Eröffnung im Spätsommer 2017 wird die brandneue Markthalle erstmals Schauplatz der Museums-nacht. Wo sich einst Stadeln, Ställe und Gärten befanden, wie umfassende Grabungsarbeiten im Rahmen der Stadtsanierung belegen, entstand ein neuer Treffpunkt für Bürgerinnen und Bürger. Hinter den Fassaden Albertsplatz 2,3,4 und Zin-kenwehr 1 halten nach aufwändigen Sanierungs- und Neubaumaßnahmen Genuss und Mode Einzug, und die frisch sanierte Ketschenvorstadt darf sich um ein kleines innerstädtisches „Baujuwel“ reicher fühlen. Historisch belegt ist der Platz seit dem 14. Jahrhundert. 1395 hieß er noch „Vor dem Ketschentor“, ab 1432 „Czinkenwerd“ und ab 1447 „Vischergasse“. 1862 erhielt der Albertsplatz dann dem Prinzen und großen Sohn der Stadt zu Ehren seinen heutigen Namen. Fein wie die Adresse soll das Angebot sein, das Kunden künftig hier erwartet: handgemachte Backwaren, frisches Obst und Gemüse sowie weitere Köstlichkeiten regionaler und internationaler Provenienz – zum Verzehr vor Ort und zum Mitnehmen für Zu-hause. Die Investoren der Markthalle möchten die Vorteile eines Wochenmarktes wie persönliche Beratung, Regionalität und Frische mit der Behaglichkeit und Flexibilität eines Tante-Emma-Ladens kombinieren – und das alles im Trockenen und unter einem Dach. Ergänzt werden die Marktstände um ein klassisches gastronomisches Angebot. Sitzmöglichkeiten direkt unter dem Glasdach laden dazu ein, sich mitten in der Coburger Innenstadt in entspannter Atmosphäre verwöhnen zu las-sen: ob zum Frühstück, zum Mittagessen oder einfach zwischendurch.

In der Museumsnacht: Der Platz unterm zentralen Glasdach wird zur Bühne für ein außergewöhnliches Klang- und Lichterlebnis: Zaubergeiger Giakomo spielt auf seiner von innen beleuchteten Glasvioline mit Laser-Handschuhen. Sein Programm „Future Violin“ mischt Fragmente von orchestralen Symphonien mit Beats, Dance und Elementen der Gregorianik zu einem mystischen Spektakel.

Hexenturm

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Finster und grau hebt sich der niedrige, dicke Rundturm aus der südwestlichen Stadtmauer. Gebaut wurde er unter Einbe-ziehung der mittelalterlichen Stadtmauer um 1200 und 1610 zum Hexengefängnis umgewandelt. Eine kleine mit Eisenbän-dern beschlagene Tür führte in das Erdgeschoß des Turmes. Hier im unterirdischen Kerker waren viele Frauen gefangen – wen der Hexenturm einmal hatte, den gab er nicht wieder heraus. Unter Folter gestand doch jede Angeklagte. Streckbänke, Feuerhaken oder Daumenschrauben sucht man hier heute vergebens. Im Erdgeschoss des Hauses, das später Nacht-wächterwohnung und Unterkunft verschiedener Schulen und sogar einer Studiobühne war, hat heute der Verein Stadtbild sein Domizil. Zum Eingang des Gebäudes führt vom Ernstplatz aus eine Treppe, an deren Seite die Bronzefigur Heimkehr des Bildhauers Ferdinand Lepcke steht.

In der Museumsnacht: Im Erdgeschoss präsentiert das Coburger Designforum Oberfranken hier Licht-Ausstellung. Im Obergeschoss des Hexenturms öffnet die Coburger Malerin Elisabeth Pötzl ihr Atelier. In memoriam der Coburger He-xenverfolgung sie am Ort des Geschehens eine Ausstellung zum Thema „Liebe in Zeiten des Hexenwahns“ und setzt mit dieser 2. „künstlerischen Annäherung“ den Fokus auf die Mitmenschlichkeit und die Liebe, die diesen grausamen Zeiten der Ächtung und des Verrats trotzten und Hoffnungsträger bleiben.

Mehr zum Ort: Hexenturm

2005 – die Premiere

 

Die Vorzeichen für die erste Museumsnacht am 10. September 2005 stehen schlecht: Um 17 Uhr geht ein Wolkenbruch über der Stadt nieder und legt die Stromversorgung für die Illuminationen im Hofgarten lahm. Um 18 Uhr scheint die Sonne, das Bayerische Fernsehen bringt einen kurzen Vorbericht und 30 Minuten später ist der Hofgarten voll wie nie.
Bei 4.000 Besuchern hören die Mitarbeiter an der Eingangstür des Naturkundemuseums auf zu zählen. Sie helfen stattdessen als Tellerwäscher an der Museumskasse aus, wo der Empfang zur Haifischbar umgebaut wurde und nun die Gläser ausgegangen sind.
Die Inszenierungen der „Kontraste“ begeistern das Publikum: auf der Veste etwa die Models mit futuristischen Papierkleidern auf einem Laufsteg zwischen schwarzen historischen Ritterrüstungen. Die Stadt- und Museumsführer treten erstmals in historischen Kostümen auf und erzählen dem Publikum als Queen Victoria, Prinz Josias, Martin Luther, Herzog Alfred oder Gurken-Alex an ihren Originalschauplätzen Coburger Geschichte und Geschichten. „Kostümführungen“ sind seither eine bewährte Dauereinrichtung. Ebenfalls bis heute gilt: Gute Ideen ersetzen teure Technik.
Zum Hingucker wird die Allee oberhalb des Naturkundemuseums. Mangels Strom im Hofgarten sorgen hier Kerzen in 200 Papiertaschen eines Bad Rodacher Spielwarenherstellers für eine Lichtspur – nach den „Haba-Tüten“ fragen begeisterte Besucher noch Jahre später.

 

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2006 – die Wiederholung

 

Der Name ist der gleiche geblieben – weil sich die teilnehmenden Häuser neuen Vorschlägen wie „Nacht der Farben“ oder „Nacht der Lichter“ widersetzen und das Konzept „Kontraste“ für ausbaufähig halten.
Laut – leise, alt – jung, hell – dunkel oder süß – sauer heißt es deshalb nun an mittlerweile 14 Schauplätzen. Neu dazu gekommen sind die Initiative Stadtmuseum im Westpavillon, die Kleine Galerie und das Theater in der Reithalle.
Im Burghof zeigt die Gruppe Dance Royale Tänze aus der Renaissancezeit. Im Naturkundemuseum basteln Kinder Papierschmetterlinge, während Väter (und Mütter) Whiskey-Seminare absolvieren.
Im Weißen Saal der Ehrenburg gibt Prinz Leopold eine Audienz, während nebenan englische Lautenlieder und Shakespeare-Texte vorgetragen werden.
Die Kleine Galerie am Salzmarkt präsentiert „Schrottgeburten“ des Franzosen Manfred Reul-Schweizer, der Metallobjekten vom Flohmarkt zu einem fantasievollen Comeback als Skulpturen verhilft. Im Puppenmuseum verwöhnt Koch-Künstlerin Elisabeth Vogt mit winzigen Köstlichkeiten aus der Puppenküche. Designstudenten des Vereins Wir Gestalten e. V. verwandeln den Hofgarten in einen Zaubergarten – Schirme werden zu Pilzen und Kinder-Planschbecken zu Ufos.

 

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2007 – Neue Schauplätze

 

Bei der dritten Auflage unter dem Motto „Altes in neuem Licht“ soll es keine Gewöhnungseffekte geben – die Museumsnacht bewegt sich vom Bereich um den Hofgarten auf die Innenstadt zu: Das Rathaus, die alte Posthalterei in der Ketschengasse 11 und die Salvatorkirche sind die drei neuen unter den nun 15 Schauplätzen der Museumsnacht.
Im Renaissance-Sitzungssaal des Rathauses kontrastieren die Öl-Portraits einstiger Ratsherren mit 99 Coburgern, deren Gesichter Martin Rohm fotografiert und im Pop-Art-Stil verfremdet hat und auf einer 9 Meter breiten Licht-Bild-Wand präsentiert.
Im Grabungsmuseum treffen die Scherben, die im einstigen Kirchhof ausgegraben wurden, auf moderne Keramik der Ton-Art-Künstlerin Kerstin Schmidt. Der „Hofgarten der Sinne“ bietet Erlebnisse für Augen (Illuminationen, Feuershow), Ohren (Windspiele, Klangschalen, Gongs und Zimbeln), Nase („Kräutermeisterey“) und Mund (Schokoladen von der Weißen Frau).
Seltene Töne in St. Augustin: Das Duo Stone Voice mischt mongolischen Obertongesang mit dem Klang schwingender Granitsteine.
Im Naturkundemuseum („Nachts schläft der Löwe nicht“) lassen sich Besucher als Großwildjäger kostümiert fotografieren.

 

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2008 – ab jetzt mit Theater und bis nach New York

 

Die 4. Museumsnacht verfeinert – nun an 17 Schauplätzen – das Rezept „Gegensätze ziehen sich an“ weiter. Neu dabei und auf Anhieb Publikumsmagneten sind die Freimaurerloge „Zur Fränkischen Krone“, der ebenfalls sonst verschlossene historische Tresorraum im Keller der VR-Bank am Theaterplatz und das Zeughaus mit seinen „gegensätzlichen Mietern“ (Staatsarchiv und Wein Oertel) sowie das Landestheater, das erstmals sein Großes Haus für „Coburgs schönste Nacht“ öffnet.
In der Morizkirche wechseln zu jedem Stunden-Drittel Taizégesänge, Stille und Martin Rohms Licht-Inszenierung „Wie im Himmel, so auf Erden“ auf einer vor dem Epitaph herabhängenden Riesen-Leinwand, unterlegt vom Klang der Schuke-Orgel. Rohms Bilderserie „Coburger Horizonte“ aus der Foto-Perspektive „von unten nach oben“ ist auch Thema einer „unter der Erde“ im Grabungsmuseum gezeigten  Ausstellung.
Drei Trios aus Coburg, Halle und der Ukraine gestalten – unter dem Motto „frech, fröhlich und fromm“ – das Musikprogramm in Schloss Ehrenburg. Ein digitales Experiment fasziniert die Besucher der VR-Bank am Theaterplatz: Die „Brücke nach New York“ hat Martin Rohm mit Unterstützung eines heimischen Journalisten-Teams und der aus Coburg stammenden Chefkonservatorin der New York University Prof. Hannelore Römich realisiert: Live beleuchten sie über das Internet in Interviews und Filmeinspielungen verblüffende Beziehungen zwischen der Weltstadt und der Vestestadt. So erfährt das Publikum etwa, was Prinz Hubertus von Coburg, Barbie und die UN gemeinsam haben – und dass Coburg Village der Name eines Altenheims in NY State ist.
Weniger Technik, dafür aber handwerkliche Kunst ist im Westpavillon gefragt: Zwischen barocken Figuren verwandelt eine Friseurin „Frauen von heute“ in „Hofdamen von einst“ – ganz ohne Technik geht es aber nicht: Das Ergebnis ihrer Verwandlung können die Besucherinnen dann zuhause über Internet downloaden.
Weiter entfernt als New York erscheint dem Publikum in dieser Nacht allerdings die Heiligkreuzkirche: Das dort angebotene Programm findet vergleichsweise wenige Besucher – ein seither nicht wiederholtes Experiment.

 

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2009 – Masken

 

Masken, Mythen, Menschenbilder: Die 5. Museumsnacht hat ein neues Motto gewählt, das 19 Schauplätze als roter Faden verbindet.
Auf der Veste sind es die Ritterhelme, im Naturkundemuseum völkerkundliche Exponate wie Ahnengeister und Schrumpfköpfe, im Ostpavillon aus Stanniolpapier geformte Fabelwesen des Hollfelder Künstlers Axel Luther.
Die Nachwuchs-Designer von Wir Gestalten verwandeln Alltagsgegenstände durch Projektion in Monster, die bizarre Schatten in den Hofgarten werfen.
Im Kleinen Rosengarten erwacht die Skulptur des griechischen Hirtengottes Pan zum Leben: halb Mensch, halb Ziegenbock betört er vor allem Besucherinnen durch Flötenspiel und Flirts.
In St. Augustin zeigt der Bad Rodacher Maler Gerhard Kosuch seine Tiermasken-Bilder „Karneval der Tiere“ und die Sammlerin Elisabeth Böhm aus Bruckmühl ihre afrikanischen Masken – einige stehen zum Verkauf, der Erlös geht an das Hilfsprojekt „School of Hope“ in Kenia.
Das Theaterfest steht unter dem Motto „Maskerade“; die Maskenbildner laden das Publikum ein zu einer Schminkaktion.
Für ein Highlight sorgt der in Italien geborene und in der Schweiz lebende Künstler Salvatore Mainardi: Hunderte von Goldmasken lässt er an Bäumen und Wänden, auf dem Boden und in einer feurigen Performance dem Publikum entgegentreten.
In der Landesbibliothek bietet das Saxofon-Quartett „Sax Puppets“ als Hommage an die Muppet Show mit seinen überdimensionierten Masken einen Walking Act der besonderen Art, während im Silbersaal eine Ausstellung Faschingsmasken aus aller Welt präsentiert, die Michael Stöhr aus Diedorf bei Augsburg zusammengetragen hat.
Auch in der Morizkirche, dem Grabungsmuseum und im Casimirianum stehen Masken-Darstellungen, wie sie im Stadtbild zu finden sind, im Mittelpunkt von Illuminationen und Ausstellungen.
Das musikalische Highlight startet um Mitternacht auf der Veste: Auszüge aus Carl Orffs Carmina Burana, dargeboten vom großen Chor des Casimirianums, unterstützt von professionellen Gesangs- und Instrumental-Solisten. 5.000 begeisterte Zuschauer erleben das Spektakel auf der vorderen Bastei, wo zum Finale alle mitwirkenden Künstler ihre Gesichter hinter Goldmasken von Salvatore Mainardi verbergen.

 

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2010 – Transformation, was ist denn das?

 

Die 6. Museumsnacht wagt sich an 20 Orte und erstmals an ein abstraktes Motto: Transformation.
Die manchen Mitwirkenden zunächst „kühn“ gewählte Bezeichnung für Umgestaltung und Verwandlung prägt am Ende das Programm auf vielfache Weise. Denn Transformation ist ein fester Begriff nicht nur für Historiker, Biologen, Musiker, Maler und Techniker unterschiedlicher Disziplinen. Auch für Theologen: Vikar Dr. Thomas Amberg beleuchtet in der Morizkirche das Thema „Christsein – ein Leben in Transformation“, beschreibt die „verwandelnde Kraft der Bibel“ und kann sich dabei auf Martin Luther berufen, der hier vor fast 500 Jahren predigte: „Dieses Leben ist nicht ein Wesen, sondern ein Werden…“
Als neue Orte sind erstmals dabei: die Lutherschule am Albertsplatz und die Alte Schmiede in der Ketschenvorstadt (heute das „Pfadfinderhaus“). Im Pfarrzentrum St. Augustin stellt die Murnauer Künstlerin Irmgard Lange-Redinger ihre Bilder vor: Sie sammelt seit 22 Jahren Sand aus aller Welt und transformiert ihn zu Farben ihrer Bilder.
Das Mitternachts-Highlight im hochkarätigen Musikprogramm setzt ebenfalls in St. Augustin der Münchner Saxofonist Klaus Kreuzeder im Duo mit dem fränkischen Multi-Instrumentalisten Michael Christof Schmitt. Bei drei Kurzkonzerten des durch schwere Krankheit an den Rollstuhl gefesselten Ausnahmemusikers bleibt in der Kirche nicht einmal  mehr ein Stehplatz frei.

 

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2011 – Sind Briten da?

 

„Very british“ gibt sich Coburg am 10. September 2011: Goethes Frage „Sind Briten da?“ liefert das Motto der 7. Museumsnacht, die sich aus Anlass des 150. Todestages von Prinz Albert von Sachsen-Coburg und Gotha des berühmten Botschafters seiner Heimatstadt und Ehemanns von Königin Victoria von England „in gewohnt lockerer Inszenierung“ (N. Tessmer) annimmt.
So verbindet ein roter London-Bus die Museumsnacht-Stationen, zu denen erstmals auch der Marktplatz mit dem Albert-Denkmal, das Mausoleum auf dem Glockenberg und das Palais Edinburgh gehören.
Das Staatsarchiv präsentiert die Heiratsurkunde des berühmten Paares und in Schloss Ehrenburg führt die „Queen“ durch ihre Schlafgemächer. Im Burghof verblüffen „Recartney“ mit perfekter optischer und akustischer Beatles-Erscheinung und im Mausoleum auf dem Glockenberg, das mit finanzieller Hilfe von Prinz Albert gebaut wurde, gibt Shelly Philipps ihr erstes Konzert in Coburg (später wird sie für die Vorentscheidung des Eurovision Contest entdeckt). Die Kunstsammlungen auf der Veste, das Naturkundemuseum und die Landesbibliothek verdeutlichen in Ausstellungen den Einfluss Alberts auf Architektur, Naturwissenschaften und Kunst, insbesondere die Malerei seiner Epoche.
Die Freimaurerloge „Zur Fränkischen Krone“ hat, wie die Freimaurerei generell, ihre Wurzeln in den mittelalterlichen Dombauhütten, die sich 1717 in London zur ersten Großloge vereinigten. Die 99 Jahre später entstandene erste Coburger Freimaurerloge stand unter dem Patronat von Ernst I, dem Vater von Prinz Albert. Das Palais Edinburgh (heute Sitz der IHK) trägt diesen Namen, seit es Wohnsitz des zweitältesten Sohnes von Prinz Albert wurde.
Das Projekt Coburger Kunst-Arkaden schafft Coburgs größte Bildergalerie: Dazu werden an den Arkaden am Schlossplatz 18 großformatige Drucke mit Bildern von Prinz Albert aufgehängt, die neun Malerinnen der Initiative Kunst-im-Puls-Coburg angefertigt haben. Ebenso spektakulär: Dem Aufruf von Organisator Martin Rohm folgend treffen sich über hundert Damen im Alter von neun bis neunzig, die große Hüte tragen, am Albert-Denkmal zur Teatime.
Einem London-Taxi entsteigt das Double des bekanntesten Hochzeitspaares dieser Tage: Kate und William. Die meiste Aufmerksamkeit erntet das Brautkleid – eine exakte Kopie aus der Werkstatt des Münchner Designers, der auch Kate’s Kleid gefertigt hat.

 

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2012 – Fragezeichen

 

Wer gibt dem Bären Zucker? Wie geht es den Puppen im Exil? Was suchte der Walzerkönig an der schönen blauen Itz?
Ein ganzes Programmheft voller „Fragezeichen“ beschreibt das Motto der Museumsnacht 2012 – und seine Inszenierung an allen einbezogenen Schauplätzen. So beantworten die Kunstsammlungen der Veste zum Beispiel diese Fragen: Wie trinkt sich’s aus einem Scherzgefäß? Was haben Tischdecken und Gewehre gemeinsam? Oder: Wie funktioniert Dürers magisches Quadrat?
An 20 historischen Orten finden Nachtschwärmer Antworten auf diese und viele anderer Fragen – so wird die 8. Nacht der Kontraste zur spannenden Entdeckungstour. Wobei nicht wenige Besucher Mühe damit haben, das „Weiße Ross“ zu finden.
Die Lösung: Der malerische Innenhof am Marktplatz mit der weißen Pferdeskulptur an der Fachwerk-Wand gehörte zu dem gleichnamigen Gasthof.

 

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2013 – Könner, Künstler, Kulturen

 

Die Nürnberger Nachrichten beschreiben das Programm der 9. Nacht der Kontraste unter der Überschrift: „Die Coburger verführen mit allen Mitteln“. Gedruckt ist das Programmheft erstmals in größerem Format. Auf 36 Seiten stellt es Könner, Künstler und Kulturen – so das Motto der Nacht – vor.

Vier der 21 Schauplätze sind erstmals dabei: die Ketschenvorstadt (Videoinstallation am Säumarktbrunnen), der Hexenturm, die Rückertschule und die Coburger Moschee, die am Abend des 7. September einen wahren Ansturm interessierter Besucher verzeichnet.

 

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2014 – Sein und Schein

 

Der Blick hinter die Kulissen zeigt: Vieles ist anders als es auf den ersten Blick erscheint. Das erfahren die Besucher der 10. Museumsnacht, die unter dem Motto „Sein und Schein“ steht, an 19 historischen Orten. Erstmals dabei: der Portikusbau, architektonischer „Überrest“ des einstigen Jugendstil-Volksbades in Coburg.
Musikbegeisterte können sich gerade in diesem Jahr auf mehr als ein Dutzend hochkarätiger Ensembles freuen – und das zum Preis einer Kinokarte.
Darunter die Münchner Sängerin „Somersault“ alias Gudrun Mittermeier (Ehefrau des gleichnamigen Comedian Michael), das Stuttgarter Ensemble Foaie Verde (Klänge des Balkans von meisterhaften Künstlern), das Hofer Trio Pasión (Folklore Südamerikas), das Freiburger Duo Burr & Kleiber (Gitarre/Violine) und außergewöhnliche Formationen wie The Shanes, VerQuer, Spanish Mode oder Brothers of Santa Claus.

 

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2015 – Starke Frauen

 

„Starke Frauen“ heißt das Motto und der rote Faden, der sich am 12. September durch Ausstellungen, Installationen und Lesungen an 17 Schauplätzen zieht. In das Motto reihen sich u. a. die Ausstellung „Die dunkle Seite der Renaissance“ und die Installation „Venus“ von Prof. Ottmar Hörl auf der Veste Coburg oder die Gemeinschaftsausstellung fränkischer Malerinnen im historischen Ratssaal.
An geschichtsträchtigen Orten lassen historische Frauen-Gestalten Coburger Stadt-Geschichte(n) lebendig werden, darunter Luther-Gattin Katharina von Bora, Königin Richeza oder Queen Victoria, während im Hofgarten Erzählkünstlerin Peggy Hoffmann Frauengeschichten aus dem Orient vorträgt.
Auch im Musikprogramm mit Live-Konzerten an 15 Orten geben „starke Frauen“ den Ton an. Die Ensembles kommen von Belgien bis zum Balkan, von Norwegen bis Niederösterreich.

 

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2016 – Fremd und Vertraut

 

Oft gesehen, oft gehört? „Fremd und vertraut“ – das Motto der Nacht der Kontraste 2016 wird den Besuchern am 10. September an 21 historischen Orten begegnen.
Deren Namen sind den Coburgern alle vertraut. Fremd (im Sinne von unbekannt), dürfte vielen Besuchern allerdings das sein, was sie an diesen Orten sehen und hören werden. Diesen für die Museumsnacht typischen „Überraschungseffekt“ verdanken wir dem Reichtum an Kultur und Geschichte sowie der Vielfalt Coburgs an Initiativen und Innovationen.
Damit gelang es auch für die zwölfte Nacht der Kontraste noch neue Schauplätze zu erschließen, die erstmals an der Museumsnacht teilnehmen: das als Gesellschaftshaus des 21. Jahrhunderts konzipierte Haus „Leise am Markt“ und das hochmoderne Gebäude 25 des Unternehmens Brose.
In neuem Erscheinungsbild erstmals dabei die beiden in langer Bauzeit umgestalteten Kirchen St. Moriz und St. Augustin.

 

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